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Pressekonferenz mit Landesrat Stefan Kaineder und Mag. Christoph Hofinger (SORA-Institut) zum ersten Teil der Präsentation am 04. September 2020

zum Thema

„Die große oö. Klimaumfrage – Wie denken die Menschen in Oberösterreich über die Klimakrise und was hat sich durch Corona verändert?“

Die globale Ausbreitung des Corona-Virus seit Beginn dieses Jahres und die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung einer Ausbreitung haben die Menschen weltweit erschüttert. Über weite Strecken schien es so, als würde das Thema Klimaschutz und die immer stärkere Bedrohung durch die Klimakrise weit nach hinten rücken. Doch die Ergebnisse der großen Klima-Umfrage in Oberösterreich liegen jetzt vor und zeichnen ein eindeutiges Bild: Die Oberösterreicher/innen sind über die Folgen und Auswirkungen der Klimakrise mehr besorgt, als über jene der Corona-Krise. Der Corona-Krise wird gleichermaßen mit Sorge und Zuversicht begegnet. Corona führt jedenfalls bei vielen in OÖ zu einem Umdenken bei den Konsumgewohnheiten.

Im Auftrag des Klimaschutzressorts hat das SORA-Institut 700 repräsentativ ausgewählte Oberösterreicher/innen befragt. Die Umfrage wurde im Juni 2020 durchgeführt und zeigt, dass die Oberösterreicher/innen im Gegensatz zu großen Teilen der Politik längst verstanden haben, wie dramatisch die Klimakrise ist und wie notwendig weitgehende Handlungen seit langem wären. Die Mehrheit befindet, dass die oberösterreichische Politik zu wenig tut, um das Klima wirksam zu schützen und damit die Klimakrise abzuwenden.

„Wir stehen jetzt vor einer Richtungsentscheidung. Wollen wir unser altes Wirtschaftssystems mit den alten fossilen Technologien mühsam wiederbeleben oder leiten wir jetzt eine ökologische und soziale Zeitenwende ein. Fördern wir weiter klima- und damit menschenschädliche Konzepte oder schreiten wir mutig voran und nutzen die nun notwendigen Gelder, um unser System zukunfts- und klimafit aufzustellen“, fragt sich Klimalandesrat Stefan Kaineder, der auch kritisiert, dass Österreich seit 1990 keinerlei Verringerung des jährlichem C02-Ausstoßes erreicht hat, wobei im gleichen Zeitraum innerhalb der Europäischen Union 24 Prozent jährlichen Ausstoßes eingespart werden konnte.

 Wie denken die Oberösterreicher/innen über die Klimakrise?

Klimakrise bereitet den Oberösterreicher/innen mehr Sorge als die Corona-Pandemie.

Die Sorge der Frauen ist bei der Klimakrise deutlich größer, als jene der Männer. Männer sind hingegen stärker verärgert.

Für 9 von 10 Befragten ist die Lösung der Klimakrise dringlich – gleich dringend wie die Bewältigung der Corona-Krise.

76 Prozent der OÖ. Bevölkerung sagen, dass wir bei der Klimakrise genauso entschlossen mit klaren Verhaltensänderungen reagieren sollten, wie bei der Corona-Krise.

Das Artensterben ist ein reales Thema: Jeder/m Zweite/n in Oberösterreich ist selbst schon aufgefallen, dass es weniger Vögel und Insekten gibt.

Wird gegen die Klimakrise genug getan?

Tut die Politik in OÖ genug, um das Klima zu retten? 52 Prozent sagen Nein.

Die Sorge der OÖ. Bevölkerung, persönlich von der Klimakrise betroffen zu sein, ist enorm

80 Prozent befürchten, dass infolge von Klimawandel und zunehmender Trockenheit Lebensmittel teurer und schlechter verfügbar werden. 79 Prozent der Oberösterreicher/innen sorgen sich, dass durch Klimafolgen wie extremes Wetter und Schädlinge der Erholungsraum Wald zerstört wird. 77 Prozent sehen eine Gesundheitsbelastung durch zunehmende Hitze. 76 Prozent sind besorgt vor Wasserknappheit durch sinkende Grundwasserspiegel.

Mehr als die Hälfte der Befragten hat durch Corona ihr Konsumverhalten verändert

Jede/r Zweite kauft jetzt häufiger Lebensmittel aus der Region.

Frauen haben ihr Konsumverhalten stärker verändert als Männer.

Vor allem ältere Befragte tätigen Käufe jetzt vermehrt bei österreichischen Händlern anstatt bei multinationalen Konzernen.


Pressekonferenz mit Landesrat Stefan Kaineder zum zweiten Teil der Präsentation am 16. September 2020

zum Thema

„Was fordern die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher zur Bekämpfung der Klimakrise? Ergebnisse der Klimaumfrage des Landes OÖ“

Der gestern veröffentlichte Klimareport von GLOBAL 2000 zeichnet leider ein düsteres Bild über die Klimaschutzbemühungen der oberösterreichischen Politik der letzten Jahre. Mit 7,3 Tonnen CO2 hat Oberösterreich den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Emissionen und ist damit trauriger Spitzenreiter in Österreich. Global 2000 sieht vor allem kritisch, dass in Oberösterreich keine lang- und mittelfristigen Ziele mehr festgelegt sind. „Das Energiewendeprogramm, das noch unter meinem Vorgänger Rudi Anschober bereits 2007 auf den Weg gebracht wurde, und fest definierte Ziele zur Erreichung einer CO2-Reduktion bis 2030 vorgesehen hat, wurde in der aktuellen Landtagsperiode leider begraben“, so Klimalandesrat Stefan Kaineder, der eine Trendwende weg vom klimapolitischen Schlusslicht wieder in Richtung Vorreiter in Klimaschutz und Nachhaltigkeit einfordert.

Im Klimareport wird auch die hohe Verkehrsbelastung in Oberösterreich im Vergleich zu den anderen Bundesländern schwer kritisiert, da 69 Prozent der Wege mit dem motorisierten Individualverkehr und nur 9 Prozent mit dem öffentlichen Verkehr zurückgelegt werden (6 Prozent Fahrrad/16 Prozent zu Fuß). „Mit der Initiative der von Umweltministerin Leonore Gewessler zur Umsetzung des 1-2-3-Tickets werden wir den Bürgerinnen und Bürgern eine attraktives und günstiges Öffi-Ticket zur Verfügung stellen können. Aber es fehlt in Oberösterreich noch der Wille zu massiven und nachhaltigen Investitionen in den öffentlichen Verkehr. In Linz werden gerade hunderte Millionen für ein in den 70er Jahren geplantes Autobahnprojekt mitten durch die Stadt Linz verpulvert, die wir dringend für die Mobilitätswende brauchen würden“, ist sich LR Kaineder sicher.  

Im Auftrag des Klimaschutzressorts hat das SORA-Institut 700 repräsentativ ausgewählte Landesbürgerinnen und -bürger befragt. Die Umfrage wurde im Juni 2020 durchgeführt und zeigt, dass die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher im Gegensatz zu Teilen der Politik verstanden haben, wie dramatisch die Klimakrise ist und wie notwendig weitgehende Handlungen seit langem wären. Die Auswertungen zeigen – auch über die Altersschichten hinweg – vielfach ein geeintes Bild, in welch eindeutigem Ausmaß sich die Befragten eine beherztere und engagiertere Klimapolitik wünschen würden. „Daher muss der Klimaschutz bei allen kommenden wirtschaftlichen Maßnahmen eine zentrale Rolle spielen. Nur so haben wir die Chance mit einem Kraftakt die Coronakrise und die Klimakrise zu lösen“, so Klimalandesrat Stefan Kaineder.

Warum ist den Menschen in OÖ aktive Klimapolitik ein wichtiges Anliegen?

Für 89 Prozent der Bevölkerung ist in den letzten Monaten sichtbar geworden, dass der Schutz des Lebens unsere wichtigste Aufgabe ist. Die Menschen haben den Blick aufs Wesentliche geschärft.

Wiederum insgesamt 89 Prozent der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher fordern aktivere Klimapolitik, damit auch unsere Kinder eine lebenswerte Erde vorfinden. Das zeigt auch das große Bewusstsein um die Gefahren und möglichen Auswirkungen, die von der Klimakrise ausgehen. Umfragen in den USA zeigen, dass sich zwischen 30 und 40 Prozent „Klimaleugnerinnen“ unter der US-amerikanischen Bevölkerung befinden.

Zur Frage der zunehmenden Trockenheit der Böden sehen 82 Prozent eine ernste Gefahr für unsere Bauern. Auch die Landwirtinnen und Landwirte erzählten in Gesprächen mit Landesrat Stefan Kaineder, dass sie die zunehmende Trockenheit in den letzten 15 Jahr sehr stark wahrnehmen. Im Frühjahr dieses Jahres – vor allem im April – lag das Niederschlagsdefizit zwischen 50 und 80 Prozent und die Grundwasserstände befanden sich in alarmierenden Sinkflug. Die Folgen waren enorme Schäden in Land- und Forstwirtschaft.

Der Frage, ob aktive Klimapolitik Innovation und Arbeitsplätze fördert, stimmen rund 65 Prozent zu. Diese Zustimmung zieht sich durch alle Altersschichten und zeigt einen klaren Auftrag an die Politik. 

In Oberösterreich beschäftigen sich unzählige Betriebe bereits seit Jahrzehnten mit der Forschung an Technologien zur CO2-Vermeidung. Das Land Oberösterreich ist damit Vorreiter in Sachen umweltschonender Technologien. In Zukunft wird weltweit noch mehr nach diesen angefragt werden. Mit gezielten Förderungen in diesem Sektor kann die Innovationkraft der oö. Betriebe weiter gesteigert werden und wichtige Zukunftsarbeitsplätze können geschaffen werden.


Die OÖ. Bevölkerung will, dass mit Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise gleich auch die Klimakrise bekämpft wird:

86 Prozent sind der Ansicht, dass aktive Klimapolitik wie die Förderungen für Gebäudesanierung und Ökoenergie Aufträge und Jobs für regionales Handwerk und Gewerbe schafft.

78 Prozent sagen, die Politik soll die Milliarden zur Ankurbelung der Wirtschaft nutzen, um das Land klimafit zu machen.

77 Prozent finden, dass nur Industriebetriebe, die auch den CO2-Ausstoß verringern, jetzt Förderungen erhalten sollten.

Was fordern die Menschen in OÖ, um die Klimakrise zu bekämpfen?

93 Prozent fordern einen Vorrang von heimischen Lebensmittel aus im Supermarkt.
Der Weg in Richtung Regionalisierung unserer Lebensmittelversorgung sichert die Lebensgrundlage der Landwirtinnen und Landwirte, schafft heimische Arbeitsplätze und sichert klimaschonendes produzieren und konsumieren.

Für 91 Prozent ist der Kampf gegen Flächenfraß ein wichtiges Ziel: Sie sind für eine Stärkung der Ortskerne statt neuer Einkaufszentren auf der grünen Wiese.
Durch die verfehlte Raumordnungspolitik sind den Menschen im Land die belebten Ortskerne abhanden gekommen. Hier gibt es ein starkes Bedürfnis endlich gegenzusteuern.

91 Prozent fordern eine Holzbau-Offensive: Sie finden, dass in OÖ viel mehr mit heimischen, klimafreundlichen Baustoffen gebaut werden soll.
Holzbau heißt klimaneutral zu bauen und sanieren, aber auch der regionalen Wirtschaft neue Impulse zu geben.

75 Prozent sagen, dass wir in Europa in den Ausbau der Bahn investieren sollten, damit wir bald keine Kurzstreckenflüge mehr brauchen. Mit einem europäischen Schnellbahnnetz können nahegelegene Hauptstädte Europas künftig schnell und unkompliziert mit der Bahn zu erreichen sein. Gerade die enormen steuerlichen Vorteile für die Fluggesellschaften machen einen gerechten Wettbewerb zwischen Bahn und Flugzeug schwer. Kerosin ist zum Beispiel steuerbefreit und auf Flugtickets wird keine Mehrwertsteuer eingehoben.

Was sind die dringlichsten politischen Forderungen an die Landespolitik?

82 Prozent wollen, dass alle Neubauten in OÖ verpflichtend eine Solaranlage haben.
Mit einer Offensive zum Ausbau der Solarkraft, am besten auf jedes neu zu bauende Dach wie zum Beispiel auch in Kalifornien, könnte ein großer Schritt in Richtung Energiewende eingeleitet werden und damit könnte die heimische Wirtschaft enorm profitieren.

79 Prozent halten es für (sehr oder ziemlich) sinnvoll strengere Auflagen zu erlassen, um die Bodenversiegelung auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Für mehr als die Hälfte der OÖ. Bevölkerung (56 Prozent) sind strengere Auflagen sogar SEHR sinnvoll.
Die Raumordnung ist das zentrale Instrument, um der voranschreitenden Flächenversiegelung entgegenzuwirken. Der noch ungebremste Bodenverbrauch heizt auch den Klimawandel an. Gerade die Versiegelung der fruchtbarsten Böden nimmt der Lebensmittelproduktion in Oberösterreich zunehmend die Grundlage. Mit der Raumordnungsnovelle besteht erstmals die Chance dieser Entwicklung wirksam entgegenzutreten.

78 Prozent sind für die Einführung einer 365-Euro-Jahreskarte in OÖ. Eine Mehrheit mit 53 Prozent ist sogar sehr dafür.
Ein günstiges Jahresticket wäre Anreiz für viele Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher vermehrt auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. Mit einem gleichzeitigen Ausbau der Infrastruktur würde der motorisierte Individualverkehr zurückgedrängt werden.

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