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Pressekonferenz mit Landesrat Stefan Kaineder, em. o. Univ.Prof. Dr.Phil. Helga Kromp-Kolb (Klimaforscherin an der Universität für Bodenkultur)

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UNO-Klimabericht und aktueller Klima-Report von Bayern sind niederschmetternd – Auswirkungen auch auf OÖ enorm: „Jetzt braucht es Mut und Entschlossenheit, um unseren Kindern und Enkelkindern einen intakten Planeten zu hinterlassen!“

Die Aktuelle Forschungslage wie es um den Planeten steht und wo die Entwicklung hingeht, könnte alarmierender nicht sein. Ein vorige Woche erschienener Zwischenbericht des UNO-Klimasekretariats spricht von „Alarmstufe Rot für unseren Planeten“ und dass „wir blind auf ein Minenfeld zulaufen“ würden. Vor allem zeigen die Berechnungen der bisher vorliegenden Daten der UNO ein niederschmetterndes Ergebnis, was die bisherigen Bemühungen und eingereichten Klimapläne der Vertragsstaaten des Pariser Klimaabkommen betrifft. So würde sich eine Verringerung des schädlichen CO2-Ausstoßes von nur einem Prozent im Vergleich zu 2010 ergeben. Um im Zielpfad des 1,5-Grad-Zieles zu bleiben, wären aber 45 Prozent Reduktion des schädlichen Klimagases notwendig.

Unser Nachbarbundesland Bayern in der deutschen Republik hat nun seinen zweiten Klima-Report veröffentlicht, der eine umfassende Bestandsaufnahme zu den Folgen des Klimawandels in dem Freistaat darstellen soll. So errechnen die bayrischen KlimaexpertInnen, dass die mittlere Temperatur bis 2100 um bis zu 4,8 Grad Celsius gegenüber dem Vergleichszeitraum 1971 bis 2000 ansteigen würde, wenn keine geeigneten Klimaschutzmaßnahmen getroffen würden. Der bayrische Klimareport berechnet auch einen massiven Anstieg auf rund 40 Hitzetage (Anzahl Tage über 30 Grad Celsius). Das wäre eine Verzehnfachung gegenüber dem Vergleichszeitraum.

Dazu em. Univ. Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb: „Diese Ergebnisse stehen in Einklang mit den für Österreich berechneten Ergebnissen. Neuere Erkenntnisse schmälern die Bandbreite der möglichen Temperaturentwicklung, mit höher liegenden mittleren Werten. Hitze bleibt die wesentliche gesundheitliche Herausforderung des Klimawandels, darüber hinaus haben die hohen Temperaturen wesentliche Auswirkungen auf die anderen Klimagrößen, so könnten Gewitter bis zur doppelten Niederschlagsmenge bringen. Das Zeitfenster für Reduktionsmaßnahmen schließt sich rapid – es wäre besser, weniger perfekte Lösungen umzusetzen und nachzubessern als noch länger zu zögern.“

„Seit Jahrzehnten warnt uns die Wissenschaft, dass uns mit der Klimakrise die größte Herausforderung der Menschheitsgeschichte bevorsteht. Alle aktuellen Daten dazu bestätigen die Warnungen der Wissenschaft und zeigen, dass wir uns auf große Veränderungen einstellen müssen. Treffen werden diese Veränderungen aber vor allem unsere Kinder. Damit wir unseren nachfolgenden Generationen eine intakte Umwelt und einen lebenswerten Planeten hinterlassen können, müssen wir schleunigst in eine klimafreundliche Zukunft gehen und Handlungen setzen. Der Februar heuer war in Österreich im Schnitt um 2,7 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt, obwohl es einige klirrend kalte Tage gab. Die Klimakrise wird immer sichtbarer und spürbarer“, so Klimalandesrat Stefan Kaineder.

Wurden innerhalb der EU bei den CO2-Emissionen seit 1990 um über 24% eingespart, hatte Österreich in dieser Zeit sogar einen leichten Zuwachs zu verzeichnen. Momentan ist Oberösterreich mit 7,3 Tonnen CO2-Verbrauch pro Kopf und Jahr trauriges Schlusslicht im Österreich-Vergleich. Neue Daten aus dem benachbarten Bayern und des UNO-Klimageneralsekretariats zeichnen erneut ein düsteres Bild unserer Zukunft, wenn nicht rasch mehr gegen die Klimakrise unternommen wird: „Das lässt für mich einmal mehr die Alarmglocken schrillen. Wir müssen die aktuelle Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise als Chance sehen und alle Investitionen unter die Prämisse des Klimaschutzes stellen. Die Zukunft unseres Planeten und damit die unserer Kinder muss Priorität Nr. 1 sein. Oberösterreich hat das Potential, mit seiner boomenden Zukunftsbranche der Energie- und Umwelttechnik und der Weltmarkführerschaft dutzender Unternehmen wieder Klimaschutz-Vorreiter zu werden“, ist sich Landesrat Kaineder sicher.

In Österreich verfolgt die Klimaministerin Leonore Gewessler ehrgeizige und konkrete Ziele zur Erreichung der im Klimaabkommen von Paris vertraglich festgelegten CO2-Reduktionsvereinbarungen. Einer der wichtigsten Hebel wird dabei das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz werden, das den Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2030 auf 100 Prozent bringen soll und unter anderem große Förderpakete zur Beforschung der energetischen Nutzung von Wasserstoff in der Industrie beinhaltet. „Wir brauchen das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz mehr als dringend. Vor allem aber auch die starke Oö. Industrie wird einen enormen Schub in Richtung Zukunft durch eine Beschlussfassung bekommen. Das Gesetz ist längst fertig, aber aktuell wird es durch eine starke Lobby der Gaswirtschaft blockiert. Wir können die Energiewende nicht wegen Einzelinteressen aufs Spiel setzen und gerade so wichtige Player wie die voestalpine als wichtigste Arbeitgeberin in Oberösterreich braucht schleunigst Klarheit und Planungssicherheit“, fordert Klimalandesrat Stefan Kaineder ein Ende der Blockade: „Denn nur mit Mut und Entschlossenheit wird es gelingen, unseren Kindern und Enkelkindern einen lebenswerten und intakten Planeten zu hinterlassen!“

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