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Online-Pressekonferenz mit Landesrat Stefan Kaineder, Dr. in Sigrid Sperker (Land OÖ Strahlenschutz), Nicole Eder (Bürgermeisterin Steinbach am Attersee), Elisabeth Feichtinger (Bürgermeisterin Altmünster), Clemens Schnaitl (Naturparkmanager Attersee-Traunsee), Prof. Mag. Hans Mittendorfer (Obmann Naturpark Attersee-Traunsee) und Dr. Stefan Wallner (Universität Wien)

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Naturpark Attersee-Traunsee ist erste zertifizierte Sternenparkregion Österreichs! Oberösterreichs Bemühungen gegen Lichtverschmutzung bekommen höchstmögliche internationale Auszeichnung – Wichtiger Impuls für den Astrotourismus im Salzkammergut

Als erstes Bundesland hat Oberösterreich ein eigenes Messnetz für die Lichtverschmutzung installiert, eine eigene Leitlinie für den öffentlichen Bereich geschaffen und erstmals wurden in Pilotgemeinden auch konkrete Maßnahmen zur Verringerung der Lichtverschmutzung umgesetzt. Nun ist mit der Zertifizierung durch die Dark-Sky Assocation des Naturparks Attersee-Traunsee zum ersten offiziellen österreichischen Sternenpark (Dark Sky Park) die Vorreiterrolle Oberösterreichs beim Schutz des Nachthimmels untermauert worden. Ein Sternenpark ist ein Licht- und Landschaftsschutzgebiet, in dem die nächtliche Dunkelheit und die natürliche Nachtlandschaft als Schutzgut gelten und diese vor Lichtverschmutzung bestmöglich geschützt sein sollen. Erreicht wird dies mit ausgeklügelten Licht-Management-Plänen und teilweiser Umrüstung bei Straßen- und Außenbeleuchtung auf den Sternenparkflächen der fünf Naturpark-Gemeinden Altmünster, Steinbach am Attersee, Weyregg am Attersee, Schörfling am Attersee und Aurach am Hongar.

„Mit der ersten österreichischen Sternenpark-Zertifizierung wird das gemeinsame an einem Strang ziehen von Gemeinden, Naturpark, Universität Wien und Umweltressort des Landes OÖ mit der höchsten Auszeichnung belohnt, wenn es um Bemühungen zum Schutz unseres wunderschönen Nachthimmels geht. Wenn wir die Lichtverschmutzung weiter eindämmen, können wir einen gesunden Lebensraum für Mensch und Tier sowie die eindrucksvolle Nachtlandschaft bestmöglich erhalten. Seit vielen Jahren berät und unterstützt das Land Oberösterreich die Gemeinden und sensibilisiert bei einem großen Problem, das vielen nicht oder noch zu wenig bewusst ist. Unser Ziel muss aber sein, dass wir schädliche Licht- und auch Energieverschwendung schrittweise verringern“, so Klimalandesrat Stefan Kaineder, der sich bei den BürgermeisterInnen des Naturparks Attersee-Traunsee und dem Naturpark für das große Engagement bedankt und die Zertifizierung mit einem großen Fest im Sommer oder Herbst feiern möchte.

Der Weg zum ersten Sternenpark Österreichs

Seit 2014 wird der Nachthimmel in Oberösterreich dokumentiert. Das Oö. Lichtmessnetz der Abteilung Umweltschutz erfasst dabei an 24 Stationen den Helligkeitsverlauf jeder Nacht. Und dabei kam es rasch zu beeindruckenden Ergebnissen, die wissenschaftlich ausgewertet wurden. Der an die Universitätssternwarte Wien, Institut für Astrophysik in Auftrag gegebene wissenschaftliche Bericht „Langzeitmessungen der Nachthimmelshelligkeit und Möglichkeiten für Nachthimmels-Schutzgebiete in Oberösterreich“ kommt im Oktober 2017 zum Schluss:

„…dass es in Oberösterreich noch Nachthimmel gibt, die den strengsten Kriterien für ‚Dark Sky Parks‘ auf internationaler Ebene genügen. Diese Gebiete bieten ein einzigartiges Kulturgut für die Menschheit und sollten deshalb unbedingt geschützt werden.“

Die International Dark Sky Association (IDA) – Zertifizierungsstelle für Sternenparks

Die International Dark Sky Association in Tucson, Arizona, USA wurde 1988 mit dem Ziel des Schutzes der natürlichen Nachthimmel für gegenwärtige und zukünftige Generationen gegründet. Sie ist weltweit für ihre Kampagnen gegen Lichtverschmutzung federführend und steht daher stetig in engem Kontakt mit der Öffentlichkeit, Stadtplanern, Legislativen, Beleuchtungsherstellern, Parks und vielen mehr. Im Jahr 2001 führte die IDA das „International Dark Sky Places“-Programm ein. Dieses nennt unter anderen Dark Sky Parks, jene Kategorie, für die eine Zertifizierung in OÖ angestrebt wurde.

International Dark Sky Park

International Dark Sky Parks sind unter Naturschutz stehende öffentliche oder private Landflächen, die eine bestimmte Dunkelheit erreichen, eine rücksichtsvolle Außenbeleuchtung garantieren und Öffentlichkeitsarbeit für Besucher anbieten. Der Nachthimmel in diesem Gebiet muss folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Milchstraße ist mit dem bloßen Auge leicht erkennbar
  • In der Nähe befinden sich keine künstlichen Lichtquellen, die signifikant aufscheinen.
  • Jegliche vorhandenen Lichtkuppeln sind nur sehr beschränkt und nahe des Horizonts sichtbar.

Naturpark Attersee-Traunsee mit guten Voraussetzungen

Als aussichtsreichstes Gebiet für einen Sternenpark hat sich der Naturpark Attersee-Traunsee gezeigt. Neben der geforderten Nachthimmelsqualität bietet der Naturpark durch das ausgewiesene zusammenhängende Schutzgebiet die Grundvoraussetzungen für einen Sternenpark. Um den stark fragmentierten Naturpark wurde eine einhüllende Grenze inklusive dem Gemeindegebiet von Steinbach am Attersee gezogen und ein Sternenparkgebiet von rund 106 km² geschaffen. Die Naturparkgemeinden Altmünster, Aurach am Honger, Schörfling, Steinbach am Attersee und Weyregg am Attersee unterstützen das vom Land Oberösterreich initiierte Projekt und mit einem im Gemeinderat für verbindlich erklärten Licht-Management-Plan. Dieser legt unter anderem fest, dass

  • Kunstlicht in der Nacht nur dort und dann zum Einsatz kommt, wo und wann es nötig ist
  • Außenbeleuchtungen mit über 500 Lumen vollkommen abgeschirmt sind
  • Leuchtmittel eine warmweiße Farbtemperatur von 3.000 Kelvin nicht übersteigen und
  • Werbe- und Schilderbeleuchtungen an die Vorgaben der International Dark Sky Association abgestimmt werden

Erstmalig bei einem Dark Sky Park der IDA ist ein Ortszentrum – in diesem Fall jenes der Gemeinde Steinbach am Attersee – Teil eines Sternenparks. Entscheidend zu diesem Gelingen war die bereits zuvor vom Land Oberösterreich unterstützte Umstellung zur Beleuchtungsmustergemeinde.

Nach umfangreichen Vorarbeiten wurde der Ende November 2020 eingereichte Zertifizierungsantrag nun genehmigt. Der Sternenpark Attersee-Traunsee gehört nun zur Gruppe von derzeit 92 Dark Sky Parks weltweit und ist der erste in Österreich.

Aktivitäten, Management und Ausblick

Bereits in Kürze werden Veranstaltungen zum Thema Sternenhimmel und Nachtlandschaft im Sternenpark angeboten. Fachliche Unterstützung dazu kommt auch von der Sternwarte Gahberg des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut, die von Beginn an Projektpartner ist. Das Sternenpark-Management übernimmt der Naturpark Attersee-Traunsee.

Neben der Astronomie spürt längst auch die Tierwelt aber auch die Gesundheit von uns Menschen mancherorts die Auswirkungen der zunehmenden Lichtverschmutzung. Der Sternenpark Attersee-Traunsee soll zeigen, wie wichtig eine dunkle Nacht für Mensch und Natur ist. Er soll aber auch Anregung für weitere Gebiete sein, die noch über einen dunklen Nachthimmel verfügen und dieses beeindruckende Naturphänomen schützen wollen.

Sternenpark-Gemeinde Steinbach am Attersee

Die Bürgermeisterin der Atterseegemeinde Steinbach, Nicole Eder, freut sich über die Zertifizierung zum ersten Sternenpark Österreichs und ist motiviert, die zukünftigen Herausforderungen weiterhin aktiv voranzutreiben: „Die Lichtverschmutzung noch weiter zu reduzieren, das ist nun unsere Aufgabe. Für dieses heute noch viel zu wenig beachtete Thema die Speerspitze sein zu dürfen und um möglichst viele Regionen und Gemeinden zum Umdenken und Umrüsten anregen zu können, erfüllt mich mit Freude und Stolz.“

Für den Naturpark Attersee-Traunsee, aber auch für die Tourismusregion Attersee-Attergau und besonders für das Bergsteigerdorf Steinbach am Attersee stellt der Sternenpark ein stimmiges Alleinstellungsmerkmal sowie ein sanftes touristisches Angebot für die Gäste dar und bringt touristische Wertschöpfung für die ansässigen Betriebe. „So können wir das Nützliche mit dem Notwendigen verbinden und dem Schutz der Fauna und Flora und allen BewohnerInnen unserer Region gerecht werden“, so Bürgermeisterin Eder.

„Es ist hier etwas Großartiges entstanden und mein großer Dank gebührt dem Land OÖ, unserem Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und Landesrat Stefan Kaineder. Aber vor allem den Sternenpark-Pionieren Heribert Kaineder und Prof. Dr. Thomas Posch, die leider beide zu früh verstorben sind. Ihre Vision eines zertifizierten Lichtschutzgebietes ist nun Realität geworden. Ohne diese beiden Vordenker hätten wir das nie erreicht“, so Eder abschließend.

Sternenpark-Gemeinde Altmünster am Traunsee

Auch die Bürgermeisterin der Traunseegemeinde Altmünster, Nationalrätin Elisabeth Feichtinger ist begeistert: „Ich freue mich, dass wir in Altmünster mit der Umsetzung des Sternenparks zur Reduzierung der Lichtverschmutzung Vorreiter in Österreich sein konnten. Das ist ein erstes Projekt, bei dem wir ein Zeichen setzen konnten. Wir werden aber auch bei der schrittweisen Umstellung der Straßenbeleuchtung im restlichen Gemeindegebiet auf die Eindämmung der Lichtverschmutzung achten. Es sind alle Gemeinden, die sich die Reduzierung der Lichtemissionen vor Ort gerne ansehen möchten, herzlich eingeladen, unseren Ortsteil Reindlmühl bei Nacht zu besuchen. Der Sternenpark ist ein echter Gewinn für unsere Gemeinde.“

Naturpark Attersee-Traunsee

„Wir freuen uns sehr, dass die Region des Naturparks Attersee-Traunsee nun als erster Sternenpark Österreichs zertifiziert ist. Das weithin bekannte Sternenpark-Motto ‘Carpe diem – protege noctem’ steht sehr bildlich für die Ausrichtung als Natur- und Sternenpark. Am Tag „schützen und nützen, erleben und begreifen“ wir die lebensraum- und artenreiche bäuerliche Kulturlandschaft des Naturparks und in der Nacht bewahren wir durch sorgsame Lichtnutzung die Funktionalität der Nachtnatur. Dafür können wir uns eines tiefen, klaren Blickes in den Sternenhimmel erfreuen“, so der Naturpark-Manager Clemens Schnaitl, der auch mit dem Angebot an Naturerlebnisführungen wie „vom Armleuchter zum Nachtschwärmer – Licht aus bis zum Ende der Nacht“ mehr Bewusstsein für den Lebensraum Nachtnatur schaffen möchte. „Sehr wichtig ist mir, dass mit diesem Kultur- und Schutzgut sorgsam und verantwortlich umgegangen wird. Daher möchten wir Besucher des Sternenparks ersuchen, die Regeln für ein „Respektvolles Miteinander im Sternenpark“ einzuhalten“, Schnaitl abschließend.

Naturpark-Obmann Prof. Mag. Hans Mittendorfer: „Eine Landschaft mit gepflegten Wiesen, rauschenden Bächen, stillen Wäldern, erhält nun das Zertifikat des dunklen, ungetrübten Nachthimmels. Der Naturpark Attersee-Traunsee wird auch zum Sternenpark. Ein Privileg, an dem nicht nur BewohnerInnen sondern auch BesuchernInnen teilhaben können. Eine große Chance und gleichzeitig Herausforderung für die Region. Privilegien, wie z.B. Natur oder Kultur zu genießen, Sportstätten in Reichweite zu haben, beinhalten immer auch Verhaltensregeln. Der Natur- und Sternenpark auch, um das Herausragende der Landschaft und des Nachthimmels zu erhalten. BewirtschafterInnen der Wiesen und Wälder, sowie den darin lebenden Tieren gebührt entsprechender Respekt.“

Wichtig ist dem Natur- und Sternenpark-Verantwortlichen das Einhalten der Verhaltensregeln beim Besuchen des Sternenparks, die auch auf der offiziellen Website www.sternenpark-attersee-traunsee.at abrufbar sind.

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