Klimastatusbericht 2023: Zahlen in Oberösterreich alarmierend – Klimakrise schreitet immer weiter voran

Landesrat Stefan Kaineder fordert entschlossenen Klimaschutz für Oberösterreich.

Presseaussendung

Auf Initiative von Oberösterreich wird im Auftrag aller Bundesländer und des Bundes ein jährlicher Klimastatusbericht durch das Climate Change Centre Austria (CCCA) gemeinsam mit GeoSphere Austria erstellt. Dieser Bericht nimmt Bezug auf die besonderen Witterungsverhältnisse bzw. Extremereignisse eines Jahres und untersucht besondere meteorologische Ereignisse genauer, auch im Hinblick auf Klimawandelanpassung.

Im Jahr 2023 lagen die Temperaturen in Oberösterreich deutlich über den vieljährigen Mittelwerten. Im Vergleich zur aktuellen 30-jährigen Referenzperiode 1991-2020 wurden im Jahr 2023 um 1,4 Grad höhere Temperaturen gemessen. Das Jahr 2023 brachte eine Vielzahl deutlich zu warmer Phasen und reiht sich auch in Oberösterreich in den Rekordlisten weit vorne ein. Bislang ist das Jahr 2018 das wärmste Jahr der 256-jährigen Reihe der Messgeschichte. Platz 2 belegt das Jahr 2014, auf Platz 3 liegt das Jahr 2022.

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder: „Die immer wieder neu aufgestellten Temperaturrekorde und der brandneue Klimastatusbericht zeigen klar: die Klimakrise ist real und längst in Oberösterreich angekommen. Extremwetterereignisse werden immer häufiger und daher ist klar, dass wir weiterhin entschlossen gegen den Klimawandel kämpfen müssen. Seitens des Umweltressorts des Landes Oberösterreich unterstützen wir Gemeinden ganz konkret im Bereich Klimwandelanpassung.“

Der deutliche Trend, dass zu kalte Monate immer seltener werden, setzte sich auch im vergangenen Jahr fort: Auf den sehr milden Winter folgte wie schon im Vorjahr ein deutlich zu kalter April, der allerdings der einzige zu kalte Monat war. Nach dem normal temperierten Mai lagen die Temperaturen in Oberösterreich von Mai bis Dezember durchgehend über dem Durchschnitt der Jahre 1991-2020, wobei speziell September und Oktober mit außergewöhnlicher Wärme hervorstachen. Beide Monate waren die jeweils wärmsten der Messgeschichte. Der Spätherbst und der Frühwinter verliefen ebenfalls zu warm, aber deutlich feuchter als üblich. Auffällig waren die außergewöhnlich großen Schneemengen am ersten Dezemberwochenende, die Milderung samt massiver Schneeschmelze ließ allerdings nicht lange auf sich warten.

Die absoluten Jahresmaxima und -minima blieben von den Allzeitrekorden entfernt: Am wärmsten war es am 11. Juli 2023 in Braunau mit 36,8 °C. Die tiefste Temperatur des Jahres wurde am 4. Dezember 2023 mit -18,8 °C in Freistadt gemessen.

Während der Süden von Österreich besonders im Juli von zahlreichen Gewittern mit Starkregen, Sturm und Hagel betroffen waren, verursachte Hitze und Trockenheit in Oberösterreich, während der Getreideernte, zahlreiche Brände.

Auch im abgelaufenen Jahr bleib Oberösterreich nicht von Extremwetterereignissen verschont. Beispielhaft seien hier die Starkniederschlagsereignisse im August erwähnt:

In Summe beziffert die Hagelversicherung die Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen in Österreich, die in Folge der Starkniederschlagsereignisse im August eingemeldet wurden, mit 6 Millionen Euro.  In Oberösterreich – insbesondere in den Bezirken Braunau, Vöcklabruck und vor allem in Schärding – werden die Schäden durch die Unwetter Ende August an Acker- und Gemüsekulturen sowie beim Grünland auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt. Neben mehreren starken Gewitterereignissen samt nächtlichen Druckwellen mit hohen Sturmspitzen waren die Einsatzkräfte auch vor allem im Dezember gefordert: Zu Monatsbeginn waren große Schneemassen zu bewältigen, knapp vor Weihnachten kam es zu regionalen Hochwässern und Vermurungen durch große Niederschlagsmengen samt Schneeschmelze sowie auch zu zahlreiche Sturmschäden durch das Sturmtief „Zoltan“.