Gute Sachen, gute Sache – ReVital schafft Werte und Arbeitsplätze

Medientermin mit Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Vorsitzender der OÖ Umweltverbände Bgm. Roland Wohlmuth, Geschäftsfeldleitung der FAB Sozialbetriebe & FAB ProWork Günther Dachs und Wolfgang Innreiter vom FAB TechnoTeam Wels.

Gute Sachen, gute Sache – ReVital schafft Werte und Arbeitsplätze
Reparieren statt Wegwerfen – Für eine Kreislaufwirtschaft, die doppelt wirkt – für Umwelt und Beschäftigung

Ein alter Föhn, ein stabiler Schrank oder eine funktionierende Waschmaschine: In Oberösterreich landen diese Dinge nicht mehr einfach im Müll. Mit ReVital haben die OÖ Umweltverbände gemeinsam mit ihren Partnern ein erfolgreiches Netzwerk für die Wiederverwendung gebrauchter Waren aufgebaut. Das Projekt gibt wertvollen Gegenständen ein zweites Leben, schont Ressourcen und schafft gleichzeitig Arbeitsplätze für Menschen, die Unterstützung am Arbeitsmarkt benötigen.

Ein Kreislauf, der funktioniert

Wer in Oberösterreich etwas nicht mehr braucht, muss es nicht wegwerfen. Auf Initiative der OÖ Umweltverbände wurde mit ReVital bereits 2009 ein einfacher, aber wirkungsvoller Weg geschaffen, um Ressourcen zu schonen: Abgeben, aufbereiten und weitergeben.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das flächendeckende Netzwerk der rund 140 beteiligten Altstoffsammelzentren (ASZ). Sie bilden eine wesentliche Grundlage für die Sammlung gut erhaltener Gebrauchtwaren und machen die Wiederverwendung für die Bevölkerung einfach und wohnortnah zugänglich.

Ob Spielsachen, Fahrräder, Möbel oder Elektrogeräte: Gut erhaltene Gegenstände können in den teilnehmenden ASZ oder direkt bei den ReVital-Partnerbetrieben abgegeben werden. Elektrogeräte und Möbel werden in acht spezialisierten Betrieben geprüft, gereinigt und repariert. In den 26 ReVital-Shops gelangen diese schließlich zurück in den Verkauf – zu fairen Preisen und für alle zugänglich. Den größten Teil der Shops stellt die Volkshilfe OÖ. Eine vollständige Liste aller ReVitalpartner finden Sie unter www.revitalistgenial.at.

„Mit ReVital haben wir in Oberösterreich ein wichtiges Projekt im Sinne der Kreislaufwirtschaft und gegen die Wegwerfmentalität etabliert. Was 2009 als Pilotprojekt gestartet hat, leistet heute einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen«, freut sich der zuständige Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder. „ReVital zeigt, dass wir mit einfachen Wegen riesige Mengen an Müll vermeiden können.“

Ressourcen retten, statt sie zu verschwenden

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Seit dem Start des Projekts im Jahr 2009 wurden über 14.500 Tonnen Waren wieder in den Kreislauf gebracht. Das ist eine gewaltige Menge an Material, das nicht verbrannt oder deponiert werden musste.

Allein im Jahr 2025 wurden insgesamt rund 1.665 Tonnen Gebrauchtware gesammelt. Davon konnten über 1.000 Tonnen direkt wieder verkauft werden. Den größten Anteil bilden dabei Haushaltsgegenstände mit 65 % der gesammelten Waren, gefolgt von Möbeln und kleinen Elektrogeräten.

Auch das Jahr 2026 zeigt bereits einen starken Trend. Bereits im ersten Halbjahr wurden 768 Tonnen gesammelt und mehr als Hälfte davon direkt wiederverwendet.

„Alles, was ein zweites Leben bekommt, spart wertvolle Ressourcen“, betont Kaineder. „Wir bekämpfen damit die Wegwerfmentalität und zeigen, dass Qualität nicht immer neu sein muss.“

Bgm. Roland Wohlmuth, Vorsitzender der OÖ Umweltverbände: „ReVital zeigt eindrucksvoll, was die kommunale Abfallwirtschaft über die klassische Abfallsammlung hinaus leisten kann. Unsere Altstoffsammelzentren spielen dabei eine Schlüsselrolle. Denn der beste Abfall ist jener, der gar nicht erst entsteht.“

Jobs, die Perspektiven bieten

ReVital ist weit mehr als ein Umwelt- und Klimaschutzprojekt. Es ist ein Motor für soziale Beschäftigung in Oberösterreich. Die Zusammenarbeit der OÖ Umweltverbände mit den sozialwirtschaftlichen Partnerbetrieben verbindet ökologische Verantwortung mit konkreten Beschäftigungsperspektiven. Hinter den Regalen der Shops und in den Werkstätten stehen Menschen, die durch dieses Projekt eine Chance erhalten.

Mit Ende 2025 waren mehr als 550 Menschen direkt am Projekt beteiligt. Das umfasst Teammitglieder in den Shops und in den Aufbereitungsbetrieben. Besonders wichtig ist dabei die soziale Komponente: Ein großer Teil der Beschäftigten sind Transitmitarbeiter:innen oder Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt Unterstützung benötigen.

„Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Baustein der ökologischen Transformation. In den Sozialökonomischen Betrieben von FAB verbinden wir nachhaltiges Wirtschaften mit konkreten Chancen für Menschen, die es am Arbeitsmarkt schwerer haben. So schaffen wir ökologische und soziale Wirkung zugleich“, betont Günther Dachs, Geschäftsfeldleiter FAB Sozialbetriebe & FAB ProWork.

Wels als Hotspot der Elektrogeräte-Aufbereitung

Ein zentraler Pfeiler des Projekts ist das FAB TechnoTeam in Wels, ein Unternehmen der Expertis Gruppe. Seit 26 Jahren kümmert sich das Team darum, dass Elektrogeräte nicht zu Elektroschrott werden. Ob Waschmaschinen, Geschirrspüler, Herde oder seit kurzem auch Kaffeevollautomaten: hier wird repariert, was andere schon aufgegeben haben.

Im Jahr 2025 hat das Team in Wels über 112 Tonnen Gebrauchtware aufgenommen. Ein beachtlicher Teil davon stammt direkt aus den umliegenden Altstoffsammelzentren. Das Team sorgt dafür, dass diese Geräte entweder direkt verkauft oder an einen der 26 ReVital-Shops geliefert werden.

Neben der ReVital Aufbereitung von Produkten leistet das FAB TechnoTeam durch Reparaturdienstleistungen für Privatpersonen einen weiteren wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Seit April 2026 arbeitet das Team zudem am neuen Standort in der Ginzkeystraße 50 in Wels. Neben der Aufbereitung hilft das Team auch dabei, Schadstoffe aus alten Geräten zu entfernen oder PCs fachgerecht zu zerlegen.

„Wir schenken nicht nur gebrauchten Dingen ein zweites Leben, sondern auch Menschen neue Perspektiven und Chancen“, erklärt Wolfgang Innreiter vom FAB TechnoTeam in Wels abschließend.