Junge Menschen als Motor für eine klimafitte Verwaltung
Pressefrühstück mit Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Vizebürgermeisterin und Personalreferentin Merima Zukan, Beate Dunzinger und Norbert Rainer vom Klimabündnis Oberösterreich, Sandra Brugger vom Lehrlingsmanagement Magistrat Linz und Judy Alhossan und Livia Schmitsberger, Klimacheckerinnen@work.
Junge Menschen als Motor für eine klimafitte Verwaltung – Klimachecker:innen@work am Magistrat Linz
Die großen Veränderungen unserer Zeit – Klimakrise, Ressourcenknappheit und technologische Innovationen – fordern von Wirtschaft und Gesellschaft neue Antworten. Unternehmen sind dabei Schlüsselakteure: Sie können nicht nur Kosten senken und sich unabhängiger machen, sondern auch die Innovationskraft für eine klimafreundliche Zukunft entfalten. Damit dieser Wandel gelingt, braucht es Menschen, die ihn gestalten. Besonders Lehrlinge spielen hier eine entscheidende Rolle.
Mit dem Projekt „Klimachecker:innen@work“ bietet das Klimabündnis Oberösterreich eine praxisnahe Ausbildung für Lehrlinge an. Ziel ist es, junge Menschen zu Klimabotschafter:innen im eigenen Unternehmen zu machen – ausgestattet mit Wissen, Projektideen und dem Mut, neue Wege zu gehen.
Im Zentrum des Programms steht die Umsetzung konkreter Projekte durch die Lehrlinge selbst. Nach einer Einführung in die Themen Klimaschutz und Klimawandelanpassung entwickeln sie gemeinsam mit Kolleg:innen und unterstützt vom Klimabündnis eigene Maßnahmen für ihren Betrieb. Bereits über 170 Lehrlinge haben in den vergangenen Jahren an „Klimachecker:innen@work“ teilgenommen. Heuer sind es 20 Jugendliche aus fünf oberösterreichischen Betrieben.
„Der Standort Oberösterreich lebt von seiner Innovationskraft und den gut ausgebildeten Fachkräften in unseren Betrieben. Mit den Klimachecker:innen verbinden wir beides: Junge Menschen, die Verantwortung übernehmen und Klimaschutz in ihrem Arbeitsalltag umsetzen, und Unternehmen, die damit zukunftsfit und wettbewerbsfähig bleiben. Wer heute in Energieeffizienz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit investiert, sichert nicht nur Kosten- und Wettbewerbsvorteile, sondern auch die Attraktivität als Arbeitgeber:in für die Fachkräfte von morgen. Die Klimachecker:innen sind damit ein starkes Signal, wie wir Wohlstand, Arbeitsplätze und Klimaschutz in Oberösterreich gemeinsam voranbringen“, betont Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Mehr als nur Ausbildung
Das Projekt geht über reine Wissensvermittlung hinaus. Die jungen Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen, Projektmanagement anzuwenden und im Team Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig stärken sie den Zusammenhalt untereinander, ihre Identifikation mit dem Unternehmen und die Wahrnehmung des Betriebs als attraktive:n Arbeitgeber:in. Neben Workshops gibt es außerdem einen feierlichen Abschluss mit Projektpräsentationen. Dort zeigen die Lehrlinge, was sie erarbeitet haben und ihr Engagement wird somit sichtbar und wertgeschätzt.
Die Ergebnisse sprechen für sich: Zahlreiche Projekte aus den Bereichen Energie, Mobilität, Ressourcen, Ernährung und Biodiversität wurden in oberösterreichischen Unternehmen bereits umgesetzt. Viele Ideen wirken bis heute weiter, sparen Energie und Kosten, fördern eine nachhaltige Unternehmenskultur und setzen Zeichen für mehr Klimaschutz. Damit hinterlassen die Lehrlinge nachhaltige Fußspuren – für ihre Betriebe, für ihre Kolleg:innen und für ihre eigene berufliche Zukunft.
„Fokus auf das Neue“
Beate Dunzinger, Projektleiterin beim Klimabündnis Oberösterreich, begleitet die Jugendlichen nun im sechsten Jahr: „Die Klimachecker:innen zeigen, wie viel Potenzial in jungen Menschen steckt. Sie hinterfragen bestehende Abläufe, bringen neue Perspektiven ein und entwickeln Ideen, die sich im Betriebsalltag umsetzen lassen. Besonders schön ist es zu sehen, mit wie viel Begeisterung und Eigeninitiative die Lehrlinge an ihre Projekte herangehen.“
„Mit Klimachecker:innen@work zeigen wir, dass zukunftsfitte Betriebe und ihre engagierten Lehrlinge Klimaschutz in den Betrieben konkret machen und damit Wohlstand für uns alle sichern. Wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen und Unternehmen ihnen dafür Raum geben, entstehen Lösungen, die heute wirken und morgen tragen“, ist Norbert Rainer, Geschäftsführer des Klimabündnis OÖ überzeugt.
Klimachecker:innen@Magistrat Linz
Die Klimachecker@work des Magistrats Linz veranstalten einen Kleidertauschbazar für Magistratsmitarbeiter:innen. Die Aktion lädt dazu ein, über Alternativen zu Fast-Fashion nachzudenken und gut erhaltene Kleidung weiterzugeben, die Freude am Tauschen und Leihen erfahrbar machen, um so Ressourcen zu sparen.
Begleitend stellen die Lehrlinge das Modell der Donut-Ökonomie von Kate Raworth vor. Ein Konzept, das darauf abzielt, die Einhaltung der planetaren Grenzen sowie grundlegende menschliche Bedürfnisse als oberstes Ziel aller Wirtschaftsweisen anzuerkennen und dazu die Macht von Bildern nutzt.
„Das Projekt hat mich dazu gebracht, darüber nachzudenken, wie wir in Zukunft leben möchten und welche Verantwortung wir dabei gegenüber unserer Umwelt und unseren Mitmenschen tragen“, erzählt Marcel Grafinger, Klimachecker.
Judy Alhossan berichtet über ihre Erfahrungen: „Das Projekt gibt uns Lehrlingen die Möglichkeit, selbst etwas für die Umwelt zu bewirken. Mit unserer Donut-Economy Darstellung möchten wir den Menschen zeigen, wo die Grenzen in Linz liegen und welche wir bereits überschritten haben. Sie soll zum Nachdenken anregen und uns bewusst machen, wo wir stehen und was wir in Zukunft besser machen können.“
„Im Rahmen von Klimachecker:innen@work haben wir die Möglichkeit Utopien zu denken und uns auszuprobieren. Mir geht es nicht darum ein einmaliges Projekt umzusetzen, sondern eine Denkweise zu verinnerlichen, in der wir nicht zuerst – das geht nicht – im Kopf haben, sondern versuchen auszuprobieren, was alles möglich ist“, erläutert Livia Schmitsberger, Klimacheckerin.
Die Lehrlinge leisten damit einen konkreten Beitrag zur Weiterentwicklung ihrer Betriebe und nehmen wertvolle Erfahrungen für ihren weiteren Berufsweg mit. „Mit diesem Projekt geben wir unseren Lehrlingen die Möglichkeit, Klimaschutz ganz praktisch mitzugestalten. Genau das brauchen wir, wenn Klimaschutz im Arbeitsalltag spürbar werden soll“, betont Personalreferentin Vizebürgermeisterin Merima Zukan.
Betriebe können sich für den nächsten Durchgang melden
Auch im kommenden Jahr bietet das Klimabündnis Oberösterreich die Ausbildung „Klimachecker:innen@work“ an. Interessierte Betriebe können sich bereits informieren und ihre Lehrlinge für den nächsten Durchgang vormerken lassen.
Kontakt:
Beate Dunzinger
Mobil: +43 660 8322235
E-Mail: beate.dunzinger@klimabuendnis.at