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Pressekonferenz mit Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Mag. Norbert Rainer (Klimabündnis OÖ) und DIin Inge Hiebl (Nachhaltigkeitsmanagerin, Molto Luce)

zum Thema

„ES BRAUCHT NICHT VIEL, ABER VIELE. – Oö. Unternehmen sind wichtiger Partner bei Energiesparinitiative – Klimaschutzressort unterstützt mit breitem Info- und Beratungsangebot gegen Energieverschwendung“

Der kriegerische und völkerrechtswidrige Angriff von Vladimir Putins Russland auf die Ukraine hat in ganz Europa eine Energiekrise ausgelöst. Putin verwendet russische Gaslieferungen als Kriegswaffe und treibt damit die Energiepreise in ganz Europa, auch in Österreich, in bisher ungeahnte Höhen. In den letzten Monaten wurde uns dadurch einmal mehr die schmerzliche Abhängigkeit von fossilen Energieträgern vor Augen geführt. Die Vervielfachung der Preise stellen die Menschen und Unternehmen in unserem Land vor eine riesige Herausforderung. Aus diesem Grund startete Umwelt- und Klima-Landesrat Mitte August eine Energiespar- und Klimaschutz-Initiative. Denn die Antworten auf die Energie- und Klimakrise sind dieselben: Energie sparen und eine rasche Energiewende.

Nun wird die Kampagne in einem nächsten Schritt von Privatpersonen auch auf Unternehmen ausgeweitet. Der produzierende Bereich ist laut Statistik Austria nach dem Verkehr der Sektor mit dem höchsten Energieverbrauch in Österreich (29 Prozent im Jahr 2020). Das Industriebundesland Oberösterreich hat mit einem Anteil von 21,6% am energetischen Endverbrauch Gesamtösterreichs (Stand 2020)[1] einen überdurchschnittlichen Energieverbrauch. Bei einem Bevölkerungsanteil von 16,75% (Stand Juli 2022)[2] lag der Anteil von Oberösterreich an den Treibhausgas-Emissionen an Gesamtösterreich im Jahr 2019 sogar bei 28,7%[3] und damit fast doppelt so hoch.

„Diese Energie- und Klimakrise hat Ausmaße angenommen, die wir nur gemeinsam bewältigen können. Oft braucht es nicht viel, schon kleine Maßnahmen können große Einsparungen bringen. In diesen Krisenzeiten ist es besonders wichtig, dass wir als Gesellschaft zusammenrücken und uns gemeinsam bemühen, Energie zu sparen“, erklärt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder die Beweggründe hinter der Initiative. „Für Unternehmen macht es alleine schon aus betriebswirtschaftlicher Sicht Sinn, ressourcenschonend und energiesparend zu agieren. In den vielen Gesprächen, die ich mit Vertreter/innen der oberösterreichischen Wirtschafts- und Industriebetriebe führe, zeigt sich überall, dass Klimaschutz und eine Verringerung des CO2-Ausstoßes eine hohe Priorität haben. Mit unserer Informations- und Beratungsoffensive wollen wir die oberösterreichischen Unternehmen dabei unterstützen, einfache und leicht durchführbare Energiespar-Maßnahmen umzusetzen. Wir haben derzeit zwei Krisen, die Energiekrise und die Klimakrise und auf beide Krisen müssen wir dieselbe Antwort geben: Energiesparen und Klimaschutz!“, so Stefan Kaineder.

Nach der erfolgreichen Präsentation der Informationsoffensive für Privatpersonen im August möchte Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder nun auch die oö. Betriebe zum Energiesparen animieren und unterstützen. Unter https://www.es-braucht-nicht-viel.at/ findet man mehr als 100 hilfreiche Tipps und Ratschläge, mit denen jeder Betrieb Energieverschwendung eindämmen kann.

Schon mehr als 850 Klimabündnis-Betriebe beweisen unter dem Motto „Mit grünen Maßnahmen schwarze Zahlen schreiben“, dass sich Klimaschutz rechnet. Aktuell zeigt sich zudem drastisch, dass Klimaschutz und Energiesparen wichtige Grundlagen zur Krisenbewältigung sind, die Resilienz erhöhen und langfristig den einzigen Weg zur Wohlstandstandsicherung darstellen. Als Klimabündnis freut es uns sehr, unsere mehr als 20 Jahre lange Erfahrung den OÖ. Betrieben zur Verfügung stellen zu können, damit wir die stattfindende wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation positiv bewältigen und gestärkt aus den Krisen hervorgehen“, sagt Klimabündnis OÖ Geschäftsführer Norbert Rainer und bedankt sich beim Bund und dem Land Oberösterreich für die Unterstützung im Programm „Betriebe im Klimabündnis“.

Vier Best-Practice-Beispiele für Energie-Einsparungen in Unternehmen

Spielt die Heizungsregelung alle Stücke?
In Betrieben sollte die Regelbarkeit der gesamten Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlage sehr vielseitig und flexibel sein. Einzelraum-Regelungen, Absenkung der Vorlauftemperaturen nach Gebäudebereichen, Herunterreglen der Wärmezufuhr bei Sonneneinstrahlung, Abschalten der Heizkörper bei geöffneten Fenstern und so weiter. Eine gute Regelung (Gebäudeleittechnik) kann auch die Einstellungen protokollieren und beispielsweise Energieverläufe aufzeichnen. Investiere in eine optimale Regelungstechnik. Das lohnt sich in den meisten Fällen!

Das Kältemittel als Klimakiller
Handelsübliche Kältemittel haben üblicherweise ein großes Treibhauspotential. So hat etwa das häufig eingesetzte Kältemittel R134a ein GWP (Global Warming Potential) von 1430 kg CO2/kg. Das bedeutet, dass ein kg des Kältemittels im Falle einer Freisetzung dieselbe Treibhauswirkung hat wie 1,43 Tonnen CO2! Überprüfe deshalb die Wartungsprotokolle auf Kältemittelverluste/-leckagen. Bei Neuanlagen sollte auf Kältemittel mit niedrigem GWP umgestiegen werden.

Druckluft ist teuer!
Druckluft ist eine der energieaufwändigsten und teuersten Energieformen. Man sollte nach Möglichkeit auf Druckluft-betriebene Geräte verzichten und auf Elektro-Geräte umrüsten. Druckluft nicht unnötig verschwenden, beispielsweise zum Reinigen des Arbeitsplatzes.

Günstiger und sauberer Sonnenstrom
Heutzutage haben PV-Anlagen Amortisationszeiten kürzer als 10 Jahre. Erzeuge lokal grünen Sonnenstrom mit einer großflächigen Solaranlage. Achte auf eine ausreichende Gebäudestatik und auf wenig Verschattung.

Um interessierte Betriebe bestmöglich beraten zu können, finden im Rahmen der Informationsoffensive „Es braucht nicht viel. Aber viele“ zwei Webinare statt. In diesen Webinaren informieren Energie-Expert/innen des Klimabündnis Oberösterreich die teilnehmenden Betriebe über Einsparungspotenziale und Umsetzungsmöglichkeiten der einzelnen Maßnahmen.

Die Webinare finden am 18. Oktober 2022 (14:00 Uhr – 16:30 Uhr) und am 25. Oktober 2022 (14:00 Uhr – 16:30 Uhr) statt. Alle Details zum Ablauf sowie ein Anmeldungslink sind ab Ende September auf www.es-braucht-nicht-viel.at verfügbar.

Energie-Einsparung in der Praxis eines Unternehmens – Molto Luce

Die Nachhaltigkeitsmanagerin DI Inge Hiebl startete erst vor kurzem bei Molto Luce. Molto Luce ist eines der führenden Unternehmen in der Herstellung moderner und qualitativ hochwertiger Leuchten und bei der Implementierung individueller Lichtlösungen und verfolgt die Vision, die bestehende Vorreiterschaft um den Bereich Nachhaltigkeit zu ergänzen. Um das zu erreichen, verfolgt das Unternehmen in der Analyse und in der Umsetzung zwei Stoßrichtungen:

  1. Bereich Produktion: wieviel Strom, Wärme, Treibstoffe, etc. wird benötigt
  2. Bereich Produktgestaltung: wie werden Produkte designed, welche Materialien werden verwendet, wie wird verpackt, wie sieht die Leuchte in der Verwendung aus, wie geht man mit Kreislaufwirtschaft um?

Ziel:
Ziel ist es, in diesen zwei Bereichen – Produktion und Produkt – über den bewussten Einsatz von Material und Energie möglichst viel CO2 zu sparen. So setzt sowohl Molto Luce ein Zeichen, aber natürlich auch deren Kund/innen durch den Kauf und die Verwendung der Produkte.

Weg:
Der Weg, um Einspar- und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen, ist in den beiden Bereichen sehr ähnlich. Es startet immer mit einer Analyse der benötigten Mengen, darauf aufbauend geht es über in das Finden von Potenzialen.

  1. In der Produktentwicklung ist Molto Luce bestens aufgestellt und kann über die enge Einbindung der internen Expert/innen und über das bewusste Setzen des Themas Ideen entwickeln, um noch nachhaltiger zu agieren.
  2. Um in der Produktion Einsparungen zu finden, bedient sich Molto Luce auch externen Expert/innen. Hier wurde die Erfahrung gemacht, dass die Expert/innen des Klimabündnis OÖ immer noch zusätzliche Potenziale finden, auch wenn Energie-Audits nach dem EEffG durchgeführt werden.

Erst im August fand gemeinsam mit dem Klimabündnis OÖ eine dreistündige Begehung am Firmenstandort statt, bei der 24 Maßnahmen definiert wurden.

Das sind

  1. einerseits Maßnahmen, die für große Unternehmen erprobt, bekannt und zunehmend state of the art sind, wie ein
  • Lastgangsmanagement- oder ein
  • Hochfahrmanagement (jede eingesparte kW Grundlast spart > EUR 2000). Das sind Themen, die Molto Luce noch genauer analysieren wird, da hier große und intelligente Einsparmöglichkeiten liegen;
  • bereits begonnene Maßnahmen wie Erweiterung der Photovoltaik-Anlage und Analysen, wie der schon minimierten Gasbedarf noch eliminiert werden kann, werden auch bei diesen Begehungen mit Zahlen untermauert.

2. andererseits sind es natürlich auch die vielen Aspekte, die alltäglich sind, dass sie oft im Trubel
untergehen:

  • die allseits bekannte Optimierung der Druckluftanlagen;
  • der bewusste Rundgang nach Schichtende, um zu kontrollieren, dass alles ausgeschaltet ist, was ausgeschaltet werden kann;
  • die bedarfsorientierte Kühlung der Räume (wie kalt brauchen es die Server und Wechselrichter tatsächlich), aber auch die bedarfsorientierte Wärme in Räumen;
  • auch die Reinigung der Wärmetauscher in den Getränkeautomaten, die bekanntlich ja den jährlichen Strombedarf eines Haushaltes benötigen.

Es gibt viele Gründe, all diese Maßnahmen umzusetzen und es gibt keinen, es nicht zu tun. Aus unternehmerischer Sicht gibt es hier nur Vorteile und betriebswirtschaftlichen Profit“, erklärt die erfahrene Nachhaltigkeitsmanagerin DIin Inge Hiebl.

[1] Quelle: Energie in Österreich 2022
[2] Quelle: Statistik Austria
[3] Quelle: Umweltbundesamt

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