Hier blüht uns was: Boden- und Bienenfreundliche Gemeinden starten in den Frühling
Pressekonferenz mit Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Klimabündnis OÖ Geschäftsführer Norbert Rainer, Projektleiterin Bodenbündnis OÖ Gerlinde Larndorfer-Armbruster und Bürgermeister der Marktgemeinde Zwettl an der Rodl Roland Maureder
Hier blüht uns was: Boden- und Bienenfreundliche Gemeinden starten in den Frühling – Das Bodenbündnis OÖ setzt 2026 auf lebendige Böden und ein starkes Netzwerk
Die Frühlingsblüher sprießen aus der Erde, die ersten Wildbienen sind auf Nahrungssuche und die Obstbäume ergrünen. Gerade im Frühling wird besonders sichtbar, dass ein gesunder und unversiegelter Boden die Basis des Lebens ist. Er speichert Wasser, bindet CO2, sichert unsere Ernährung, kühlt die Umgebung und bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen.
Umso erfreulicher ist es, dass immer mehr Gemeinden und Städte in Oberösterreich sich ihrer Verantwortung bewusst sind und dem Bodenbündnis beitreten. Auch Zwettl an der Rodl ist nun Teil dieses europäischen Gemeindenetzwerks geworden, das sich für einen sorgsamen und sparsamen Umgang mit Boden einsetzt.
Damit sind bereits 108 Gemeinden Bodenbündnis-Mitglied. Rund 50 Prozent der Bevölkerung leben damit in Bodenbündnis-Gemeinden, die zusammen knapp 30 Prozent der Landesfläche ausmachen. Das ist ein starkes Zeichen für Bodenschutz und Artenvielfalt in Oberösterreich.
„Dass bereits 108 oberösterreichische Gemeinden Teil des Bodenbündnisses sind, zeigt eindrucksvoll: Bodenschutz gewinnt an Kraft. Gesunde Böden sind unsere Lebensgrundlage – sie speichern Wasser, binden CO2, sichern unsere Ernährung und sind ein Hotspot der Biodiversität. Gerade angesichts der Klima- und Biodiversitätskrise ist klar: Mehr Gemeinden im Bodenbündnis bedeuten mehr Wirkung. Ich freue mich, dass Oberösterreich mit diesem wachsenden Netzwerk eine Vorreiterrolle übernimmt“, freut sich Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Zwettl an der Rodl ist Bodenbündnis-Gemeinde
In Zwettl an der Rodl wird auf öffentlichen Flächen bereits auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtet. Mit heimischen Wildpflanzen unterstützt die Gemeinde aktiv die biologische Vielfalt und setzt ein sichtbares Zeichen für eine naturnahe Gestaltung öffentlicher Räume.
Der Beitritt zum Bodenbündnis macht deutlich, dass Bodenschutz nicht abstrakt ist, sondern ganz konkret vor Ort beginnt – bei Grünräumen, Verkehrsflächen, Bauvorhaben und im täglichen Umgang mit gemeindeeigenen Flächen.
„Bei uns in Zwettl an der Rodl sieht man, dass jeder Beitrag zählt – auch auf gemeindeeigenen Flächen. Wenn wir auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichten und stattdessen auf heimische Wildpflanzen setzen, schaffen wir Lebensraum für Bienen und viele andere Arten. Damit tun wir nicht nur der Natur etwas Gutes, sondern auch uns selbst und kommenden Generationen. Der Beitritt zum Bodenbündnis zeigt: Bodenschutz beginnt direkt vor unserer Haustür – bei jedem Grünstreifen, jedem Bauvorhaben und jedem Stück Verantwortung, das wir als Gemeinde übernehmen. Und genau da packen wir gemeinsam an“, betont der Bürgermeister von Zwettl an der Rodl, Roland Maureder.
„Bodenschutz steigert die Lebensqualität – sichtbar und spürbar. Immer mehr Gemeinden machen vor, wie lebendige Grünräume und kluge Flächennutzung die Lebensqualität im Ort erhöhen – für heutige und künftige Generationen“, ergänzt Norbert Rainer vom Klimabündnis OÖ.
Bodenbündnis OÖ startet in den Frühling
„Es freut uns sehr, dass das Bodenbündnis in Oberösterreich weiterwächst. Mit vielen neuen Angeboten wollen wir die Gemeinden dabei unterstützen, dem Thema Boden noch mehr Sichtbarkeit zu geben. Schon einfache bodenfreundliche Maßnahmen – vom Mulchen im Garten bis zum blühenden Kräutertopf am Fenster – helfen, Bodenleben und Artenvielfalt zu stärken“, erklärt Gerlinde Larndorfer-Armbruster, Leiterin des Bodenbündnis OÖ beim Klimabündnis.
Informationsstand bei der Messe „Blühendes Österreich“
Das Bodenbündnis ist von 27. bis 29. März mit Informationen und Beratung zu Boden, Biodiversität und naturnahem Gärtnern vertreten. Im Mittelpunkt stehen heimische Pflanzen und ihre Rolle für Wildbienen und andere Bestäuber. Anhand von Bodenprofilen wird anschaulich gezeigt, wie unterschiedlich Böden aufgebaut sind. Ein Boden-Quiz-Rad lädt zum Mitmachen ein: Besucherinnen und Besucher können ihr Wissen testen und mit etwas Glück Saatgut für den eigenen Garten gewinnen.
Neue Ideen sprießen
SoilWalk – GEHSpräch zum Thema Boden
Welche Böden haben wir in unserer Gemeinde? Wo braucht es Alternativen zu Asphalt und Versiegelung? Welche Rolle spielen Bäume, entsiegelte Flächen und naturnahe Gestaltung? Diesen und vielen weiteren Fragen wird bei diesem Veranstaltungsformat gemeinsam mit Expertinnen und Experten direkt vor Ort in Bodenbündnis-Gemeinden nachgegangen.
Infofolder und Vortrag „Lebendige Vorgärten statt grauem Schotter“
Der Folder und der dazugehörige Vortrag zeigen, dass Schottergärten durch Folien oder Geovliese und oft auch durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weder pflegeleicht noch bodenschonend sind. Aufgezeigt wird ein Weg zu lebendigen, klimafitten und vielfältigen Gärten.
Fotowettbewerb „Vielfalt unserer Wildbienen“
Mit März startete der Fotowettbewerb der Bienenfreundlichen Gemeinden, einem Projekt des Bodenbündnis OÖ. Gesucht sind Wildbienen vor der eigenen Linse. Noch bis Ende August werden Fotos prämiert und attraktive Preise verlost. Informationen dazu gibt es auf www.bienenfreundlich.at
Besuche bei Bodenlehrpfaden
Schulklassen sind eingeladen, die neuen Bodenlehrpfade in Thalheim, Krenglbach und Ottenschlag gemeinsam mit erfahrenen Bodenbündnis-Referentinnen und -Referenten zu besuchen.
Boden-Koffer für Bildungseinrichtungen
Die Boden-Koffer touren weiter durch Bildungseinrichtungen in Oberösterreich. Mit Spielen, Büchern und Forschermaterialien können schon die Kleinsten den Boden als lebendiges Ökosystem erleben und erforschen. Die Boden-Koffer stehen altersgerecht und kostenlos zur Entlehnung bereit.
KlimaAcker-Schulen
Drei neue KlimaAcker-Schulen legen einen KlimaAcker und eine KlimaHecke an. Begleitet von Referentinnen und Referenten des Bodenbündnis erfahren die Schülerinnen und Schüler in Workshops mehr über Boden und Vielfalt und können selbst aktiv werden.
Bodenfreundliche Gartentipps – gesunde Gartenböden nützen Mensch, Klima und Natur
- Beim Einkauf auf 100 Prozent torffreie Erde achten – das hilft, Moore zu erhalten.
- Kompost aus dem eigenen Garten versorgt den Boden natürlich mit allem, was er braucht.
- Gartenböden schonend mit Kralle oder Handgrubber bearbeiten – das fördert das Bodenleben.
- Den Boden nur im trockenen Zustand bearbeiten, um Strukturstörungen und Verdichtung zu vermeiden.
- Garteln ohne Gift – das schützt Boden und Artenvielfalt.
- Gartenböden richtig gießen: seltener, dafür ausgiebig, am besten am Morgen.
- Mulchen schützt vor Austrocknung.
- Auf Vielfalt setzen: heimische Wildsträucher und Stauden, ein Kräuterkisterl oder ein „wildes Eck“ mit Blumenwiese, Totholz und Sandhaufen schaffen Lebensraum.
- Versiegelung minimieren: Einfahrten und Gartenwege möglichst nicht mit Beton oder Asphalt anlegen, sondern wasserdurchlässig gestalten – etwa mit Schotterrasen, Kräuterrasen-Gittersteinen oder wassergebundenen Belägen.
Mehr Tipps gibt es im Folder „Bodenfreundlich Garteln“ und auf www.bodenfreundlich.at
Das Bodenbündnis
Das Bodenbündnis ist ein europäisches Gemeindenetzwerk mit dem Ziel, einen sorgsamen und sparsamen Umgang mit Boden zu fördern und das Bewusstsein für seine Bedeutung zu stärken. Gemeinden können dabei im eigenen Wirkungsbereich ansetzen – etwa durch bodenschonendes Handeln bei Baustellen, durch Information der Bevölkerung oder durch die ökologische Pflege öffentlicher Flächen. Gerade beim Umgang mit den eigenen öffentlichen Flächen können Gemeinden eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen. Neben Gemeinden tragen auch immer mehr Organisationen die Ziele des Bodenbündnisses mit. In Oberösterreich zählen dazu unter anderem das Architekturforum OÖ, der Siedlerverband, der Landes-Obst- und Gartenbauverein sowie das REWISA-Netzwerk.
Bodenbündnis in Oberösterreich
Das Klimabündnis Oberösterreich ist Koordinierungsstelle des Bodenbündnis in OÖ und damit erste Ansprechpartnerin für Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Organisationen bei Fragen rund um Boden, Bodenschutz und Biodiversität.
Der neue Angebotskatalog zeigt vielfältige Möglichkeiten auf, wie Boden zum Thema gemacht werden kann und welche Projekte Gemeinden oder Bildungseinrichtungen umsetzen können. Alle Angebote finden sich auch online auf der Informationsdrehscheibe www.bodenfreundlich.at
Weitere bodenfreundliche Angebote – Bewusstsein für Boden schaffen
Vorträge
Eine breite Palette von Vorträgen rund um Boden und Biodiversität steht Gemeinden, Vereinen und Organisationen zur Verfügung, darunter: „Boden ist Leben – jeder Boden hat Profil!“, „Gesunder Boden für gesunde Pflanzen“, „Mein klimafitter Garten – wie Boden und Klima zusammenhängen“, „Garteln ohne Gift“, „Vielfältige Lebensräume im Garten“.
Boden-Workshops für Bildungseinrichtungen und Ferienprogramme
Das Angebot reicht von „Wir begreifen Boden“ über einen (Wild-)Bienen-Workshop bis zum Raumplanungsworkshop „Wir begreifen Raum“. Auch der neu konzipierte Workshop „Wir begreifen die bunten Böden dieser Erde – Malen mit Erdfarben“ stellt die globale Dimension und Vielfalt von Böden in den Mittelpunkt und wird sehr gut angenommen.