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Presseaussendung

Vorzeitige Bescherung bei Atommüllendlager-Suche – Tschechische Regierung beschließt vier Standorte, einer davon in unmittelbarer Nähe zum AKW Temelin

Gestern Abend bestätigte die tschechische Regierung die Vorlage des Industrieministeriums und der Verwaltung für Lagerstätten für radioaktive Abfälle (SUARO) zur Einschränkung der potentiellen Standorte für ein Atommüllendlager. Bisher waren neun Standorte im Rennen, die weiteren Arbeiten werden sich auf vier Standorte konzentrieren: Janoch in unmittelbarer Nähe zum AKW Temelín, Horka und Hrádek in der Region Vysočina und Březový potok in der Region Klatovy. Dies erfolgte im Rahmen der Genehmigung des Tätigkeitsplans der Behörde SUARO für die kommenden drei Jahre. Die vier Lokalitäten sollen zu den am besten bewerteten aus Sicht der Sicherheit, der Umweltauswirkungen und der technischen Machbarkeit des Projektes gehören.

Als Argumentationsgrundlage zur Auswahl der vier Standorte wurden die Ergebnisse einer Analyse der Beratungsfirma Deloitte Advisory vorgelegt. Diese wird von den Gemeinden und Vereinen der tschechischen Plattform gegen das Atommüll-Endlager heftig kritisiert, da es sich um eine reine Prozessanalyse und keine fachliche Analyse handelt. Auf der Tagesordnung stand auch die Genehmigung sachlicher Vorhaben zum Verfahren der Endlagersuche. Die Auswahl der vier Standorte erfolgt nun noch vor der Umsetzung eines jahrelang versprochenen Gesetzes, das die Interessen der betroffenen Gemeinden sowie Bürgerinnen und Bürger schützt und eine angemessene Beteiligung sicherstellt.

„Dass es sich bei der Atomkraft, wie von der Atomlobby behauptet, nicht um eine „saubere“ Technologie handelt, zeigt sich wohl am eindrucksvollsten bei der Endlagersuche. Seit den 80er Jahren wird in Tschechien Atomstrom erzeugt und seither gibt es keine Lösung für den anfallenden hochgefährlichen Müll! Solange der Atomkraftausstieg nicht beschlossen ist, werden wir auch der Endlagersuche nicht zustimmen. Für Oberösterreich besonders alarmierend: Janoch, unmittelbar südlich des AKW Temelin gelegen, befindet sich unter den präferierten Standorten für den Endlagerbau. Ich werde alles dafür tun, dass die Endlagerpläne nicht in Grenznähe verwirklicht werden“, zeigt sich LR Kaineder kämpferisch.

Die Kosten für den Bau des Atommüll-Endlagers sind auf minimal 112 Milliarden Kronen berechnet. Der strahlende Abfall soll in einer Tiefe von einem halben Kilometer eingelagert werden. Der Baubeginn für das auf 14.500 Tonnen hochradioaktiven Müll ausgelegtes Endlager wird mit 2050, der Betriebsstart mit dem Jahr 2065 angegeben.

Im weiteren Zeitverlauf wird man im Frühjahr 2021 mit der Vorbereitung lokaler Arbeitsgruppen in den vier ausgewählten Standorten starten. Durch die erst später erfolgte Aufnahme des Standorts Janoch bei Temelin muss eine Aktualisierung des Endlager-Konzepts vorgenommen werden, die dazu verpflichtende Strategische Umweltprüfung wird grenzüberschreitend erfolgen und eine Beteiligungsmöglichkeit für Oberösterreich bieten. Für 2023 geht man vom Beginn der geologischen Untersuchungsarbeiten aus. Monitoring-Arbeiten zu Umweltparameter, Seismik und Hydrogeologie sollen bereits früher starten. Die aus jeder der vier Lokalitäten gewonnenen Daten sind Grundlage für die Nennung eines Haupt- und Ersatzstandortes – die finale Auswahl wurde von 2025 auf das Jahr 2030 verschoben.

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