Trockenheit hält weiter an – Regen bringt noch keine Entwarnung
Presseaussendung
Trockenheit hält weiter an – Weiter fallende Grundwasserstände zu erwarten – Regen bringt noch keine Entwarnung
Die außergewöhnliche Trockenheit des Jahres 2026 hält Oberösterreich weiterhin fest im Griff. Auch die Niederschläge der vergangenen Wochen haben die angespannte Situation kaum verbessert. Die aktuellen Daten der von Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder eingesetzten Taskforce „Trockenheit“ zeigen weiter ein alarmierendes Bild. An rund 50 Prozent der beobachteten Grundwassermessstellen liegen die Wasserstände im sehr niedrigen, an weiteren 45 Prozent im niedrigen Bereich. Die Prognose der Expertinnen und Experten lässt vorerst noch keine Entspannung erwarten. Trotz der jüngsten Niederschläge ist mit weiter fallenden Grundwasserständen zu rechnen.
„Wir erleben in Oberösterreich eine Trockenperiode, die in ihrer Dauer und Intensität außergewöhnlich ist. Selbst die Niederschläge der vergangenen Wochen konnten die Situation nur kurzfristig stabilisieren. Unsere Grundwasserspeicher sind vielerorts so stark entleert, dass einige Regentage längst nicht mehr ausreichen, um sie wieder aufzufüllen“, warnt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Von Jänner bis September 2026 fielen in Oberösterreich durchschnittlich lediglich 543 Liter Regen pro Quadratmeter. Im langjährigen Mittel wären es 835 Liter gewesen. Damit wurden nur rund 65 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge erreicht. Noch dramatischer ist die längerfristige Entwicklung. Seit September 2024 fehlen in Oberösterreich insgesamt rund 500 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In diesem Zeitraum fielen lediglich 74 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge. Hinzu kommen außergewöhnlich hohe Temperaturen. Der August lag um 3,4 Grad, der September um 2,1 Grad über dem langjährigen Mittel. Die Niederschläge im Oktober brachten regional nur eine kurze Erholung.
Die aktuelle Langzeitprognose zeigt zwar eine mögliche Wetteränderung, aber noch keine Entspannung. Nach dem erneut unterdurchschnittlichen Oktober werden jetzt für November etwas häufigere Niederschläge erwartet. Die Expertinnen und Experten der Taskforce gehen allerdings davon aus, dass für eine tatsächliche Auffüllung der Grundwasserspeicher länger anhaltende Niederschläge in einer Größenordnung von 200 bis 300 Litern pro Quadratmeter, verteilt über mehrere Wochen, notwendig wären.
„Ein paar Regentage sind noch keine Trendwende. Was wir jetzt brauchen, ist über Wochen anhaltender Niederschlag, damit das Wasser überhaupt bis in die tieferen Bodenschichten gelangen kann. Wir müssen uns darauf einstellen, dass uns die Folgen dieser außergewöhnlichen Dürre noch weit in den Winter und vielleicht darüber hinaus beschäftigen werden“, so Kaineder. Nicht nur das Grundwasser, sondern auch die oberirdischen Gewässer stehen weiterhin unter Druck. Die Wasserführungen zahlreicher Flüsse sind niedrig, die Abflüsse tendenziell weiter fallend. Besonders angespannt bleibt die Situation am Attersee. Nach den Niederschlägen des vergangenen Wochenendes stieg der Pegel zwar geringfügig von 78 auf 80 Zentimeter, liegt damit aber weiterhin auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau.