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Presseaussendung

Notabschaltung im AKW Temelín – Unwetter bergen großes Risiko, Lage weiterhin unklar

Mit dem gestrigen verheerenden Unwetter und dem Tornado in der Region um Břeclav im Südosten Tschechiens, der viele Verletzte, Tote und verwüstete Dörfer zurückließ, wurde mit einem Mal die unbändige Kraft von Wetterextremen – die nach Prognosen der Meteorologen aufgrund des Klimawandels zunehmen werden – sichtbar.

Seit dem Tsunami in Japan, der die schwere Atomkatastrophe in Fukushima zur Folge hatte, ist klar, welche Risiken externe Bedrohungen wie Unwetter, Stürme und der Anstieg des Meeresspiegels in Bezug auf Atomanlagen bergen.

Vorboten zeigten sich gestern bereits beim AKW Temelín. Laut Berichten der lokalen Medien wurde die abführende 400 kV Hochspannungsleitung zwischen dem Kraftwerk und der Schaltanlage Kočín aufgrund von schweren Gewittern beschädigt, drei Strommasten wurden zerstört. Der 2. Block in Temelín wurde daraufhin automatisch heruntergefahren. „In solchen Fällen geht der betroffene Block normalerweise ins Regime ‚Leistung für die Eigenversorgung‘ über, er schaltet sich nicht automatisch ab. Die von der Aufsichtsbehörde genannte Ursache der Abschaltung wird dadurch nicht erklärt“, so der oö. Antiatom-Beauftragte Dalibor Strasky, der die  Situation genau beobachtet. „Denn die genannte Hochspannungsleitung ist nicht für die Versorgung des AKW im Notfall vorgesehen. Die Aufsichtsbehörde berichtet aber über einen Ausfall der Eigenversorgung. Das könnte verschiedene Ursachen haben, auch eine Beschädigung der dafür vorgesehen 110 kV Leitung.“

Klima-Landesrat Stefan Kaineder: „Die dramatischen Unwetter-Extreme der letzten Tage und die Auswirkungen auf Menschen und Infrastruktur betreffen natürlich auch die Energieversorgung. Wieder einmal zeigt sich das hohe Risiko der Atomkraft. Die Bilder von Fukushima noch präsent, möchte man sich nicht vorstellen, welche Schäden ein über den Altreaktor Dukovany hinwegziehender Tornado haben könnte. Während die Region Trebic gestern verschont blieb, musste der zweite Block des AKW Temelín notabgeschaltet werden. Die Umstände sind weiterhin unklar und ich fordere von Betreiber und Aufsichtsbehörde umfassende Aufklärung zum Vorfall.“

Die Reparatur der Hochspannungsleitung bei Temelín wird mehrere Tage benötigen, mehr als 10.000 Haushalte sind ohne Strom. Der AKW-Betreiber CEZ hat entschieden, den 2. Block nicht mehr hochzufahren und die geplante Blockabstellung zum Austausch der Brennelemente um eine Woche vorzuziehen. Die Blockabstellung soll mehr als zwei Monate lang dauern.

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