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Presseaussendung

Klimaneutrale Stahlproduktion – Klimaschutzministerin Gewessler und Klimalandesrat Kaineder bei voestalpine Vorstandsvorsitzendem Eibensteiner

Gespräch zur Zukunft der Industrie in Österreich und den Chancen für Österreichische Leitbetriebe

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und Klimalandesrat Stefan Kaineder haben heute in Linz Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, getroffen und mit ihm über die Zukunft der Stahlindustrie in Österreich gesprochen.

Im Zentrum des Austausches stand dabei die Vorreiterrolle, die die voestalpine bei der klimaneutralen Stahlproduktion einnehmen möchte. Jene Innovationskraft, die mit der Erfindung des Linz-Donawitz-Verfahrens die Stahlherstellung schon einmal revolutioniert hat, soll nun auch den Weg zur CO2-neutralen Stahlerzeugung ermöglichen. Österreich will weiterhin Technologieführer in der Stahlerzeugung sein und damit nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Zukunft erhalten, sondern auch klimafreundliche Jobs in Österreich sichern.

Damit das gelingt, unterstützt die Österreichische Bundesregierung die umfangreichen Forschungs- und Transformationsprojekte in diesem Bereich. Neben der Unterstützung der Einreichung des voestalpine-Projekts „greentec steel“ beim ETS-Innovationfund der EU betrifft das auch die Finanzierung von Forschungsprojekten, die großindustrielle Anwendung von neuen Technologien und die Gestaltung einer zukunftsfähigen klimafreundlichen Industrie und der Bereitstellung der notwendigen Mittel für diese Transformation. 

Auch die gezielte Förderung von Grünem Wasserstoff für die Industrie im Rahmen des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes wird ein zentraler Baustein dieser Transformation sein. In den nächsten zehn Jahren sollen dafür insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

„Wir brauchen in Österreich eine zukunftsfitte und klimafreundliche Industrie. Denn ich bin überzeugt, der Wettbewerb der Zukunft wird ein Wettbewerb um die klimafreundlichsten Produkte sein. Wir haben uns ambitionierte Klimaziele gesetzt und das verlangt Veränderung von der heimischen Industrie. Dafür brauchen die Unternehmen gute Rahmenbedingung und Unterstützung. Mit dem Linz-Donawitz-Verfahren hat sich die voestalpine vor gut 70 Jahren an die Weltspitze katapultiert. Mit der klimafreundlichen Stahlproduktion kann sie sich diesen Platz auch für die kommenden Jahrzehnte sichern“; sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

„Wir bekennen uns zu den europäischen Klimazielen bis 2050 und haben mit greentec steel einen ambitionierten Stufenplan entwickelt, wie wir als voestalpine unseren Beitrag leisten können. In einem ersten signifikanten Zwischenschritt können durch einen teilweisen Ersatz der bestehenden Hochofenroute durch eine Hybrid-Elektrostahlroute bis 2030 die CO2-Emissionen pro Jahr um ein Drittel reduziert werden. Die Umsetzung erfordert jedoch passende Rahmenbedingungen, wie die Unterstützung der Transformation, eine starke Netzinfrastruktur und ausreichend Grünstrom zu wirtschaftlich darstellbaren Preisen“, so Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG.

„Die wichtigste Aufgabe unserer Generation ist, dass wir unseren Kindern einen lebenswerten Planeten übergeben. Dafür braucht es jetzt mutige und entschlossene Entscheidungen. Wir haben in Oberösterreich großes Know-how und höchste Qualifikation. Wir haben die Bildungs- und Forschungseinrichtungen, um den Weg zur Klimaneutralität schnellstmöglich zu beschreiten. Das alles geht natürlich nur mit einer starken politischen Unterstützung. Dass die heimische Industrie längst die Zeichen der Zeit erkannt hat, zeigt die voestalpine. Diese hat den Weg zur weitgehend klimaneutralen Stahlproduktion beschritten. Die weltweit größte „grüne“ Wasserstoffpilotanlage wurde bereits in Betrieb genommen, um als erster Konzern der Welt CO2-freien Stahl zu erzeugen. Das ist nicht nur Weitsicht, Innovationsgeist und Mut, es ist vor allem auch Realitäts- und Geschäftssinn. Denn die Verantwortlichen wissen sehr genau, dass Klimaschutzinvestitionen von heute sind die Gewinne von morgen“, so der oberösterreichische Klimalandesrat Stefan Kaineder.

Konkrete Informationen zu den Maßnahmen für eine zukunftsfähige und klimaneutrale Stahlproduktion in Österreich:

  • Unterstützung der Einreichung der voestalpine beim ETS Innovation Funds

Der ETS Innovation Fund ist eines der weltweit größten Unterstützungsprogramme für die Erforschung von klimaneutralen Technologien. Dabei geht es konkret um die Entwicklung der Marktreife. Bis 2030 sollen insgesamt 10 Milliarden Euro mobilisiert werden. Die voestalpine plant mit ihrem Projekt greentec steel durch einen teilweisen Ersatz der bestehenden Hochofenroute durch eine Hybrid-Elektrostahlroute bis 2030 die CO2-Emissionen um ein Drittel pro Jahr zu reduzieren. Parallel forscht der voestalpine-Konzern intensiv an sogenannten „Breakthrough-Technologien“ für die Stahlproduktion, um langfristig Kohle als Energieträger durch Wasserstoff zu ersetzen und damit CO2-neutral produzieren zu können. Die nachhaltige Sicherung der österreichischen Arbeitsplätze und eines wettbewerbsfähigen Standortes steht bei diesem Projekt im Vordergrund. Das Klimaschutzministerium hat die Einreichung der voestalpine maßgeblich unterstützt und so auch politischen Rückenwind für die Bewertung im Rahmen des Juryverfahrens bei der Europäischen Kommission zur Vergabe der Mittel geleistet.

  • Grüne Transformation der Industrie

Zusätzlich hat die Bundesregierung mit einem Ministerratsvortrag vereinbart, ein Unterstützungsvehikel zur Dekarbonisierung der Industrie zu schaffen. Damit soll die Grüne Transformation der Industrie gut und rasch gelingen. Aus Sicht des Klimaschutzministeriums ist die Unterstützung der Industrie nötig, um Österreich nachhaltig als Industriestandort abzusichern. Zu diesem Zweck soll in Zukunft ein dreistelliger Millionenbetrag für die Kofinanzierung und Förderung der klimafreundlichen Transformation aufgebracht werden. Davon profitiert der Industriestandort Österreich und das Klima.

  • Gezielte Förderung von Grünem Wasserstoff in der Industrie

Der zielgerichtete Einsatz von Grünem Wasserstoff am Weg zur Klimaneutralität ist von großer Bedeutung. Wasserstoff ist ein besonders wertvoller Energieträger und seine CO2-freie Produktion ist mit großem Energieaufwand verbunden. Er soll deshalb überall dort eingesetzt werden, wo keine Alternativen vorhanden sind. Das betrifft ganz besonders die Schwerindustrie und die Stahlerzeugung. Damit Österreich und die österreichischen Vorzeigebetriebe in diesem Gebiet eine Vorreiterrolle einnehmen können, stellt die Bundesregierung in den kommenden zehn Jahren insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung. Damit sollen gezielt Projekte wie die klimaneutrale Stahlproduktion der voestalpine unterstützt werden.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt der voestalpine:

Die voestalpine gilt bereits seit Jahrzehnten als Umwelt- und Effizienzbenchmark der Branche. Der Konzern hat bereits in den letzten Jahrzehnten massiv in den Umwelt- und Klimaschutz investiert und die Emissionen sowie den Energieverbrauch bereits auf das technologische Minimum reduziert.

Eine weitere signifikante Reduktion der CO2-Emissionen ist nur auf Basis eines grundlegenden Technologiewandels möglich. Die voestalpine arbeitet bereits mit Hochdruck an technischen Szenarien, um die Dekarbonisierung der Stahlproduktion an den Standorten Linz und Donawitz weiter voranzutreiben. In einem nächsten signifikanten Zwischenschritt können durch einen teilweisen Ersatz der bestehenden Hochofenroute durch eine Hybrid-Elektrostahlroute bis 2030 die CO2-Emissionen um ein Drittel reduziert werden. Dabei sind neben Schrott flüssiges Roheisen und Eisenschwamm („HBI“) die wichtigsten Vormaterialien für die zukünftige CO2-neutrale Herstellung hochqualitativen Stahls.

Parallel forscht der voestalpine-Konzern intensiv an sogenannten „Breakthrough-Technologien“ für die Stahlproduktion, um langfristig Kohle als Energieträger durch Wasserstoff zu ersetzen und damit CO2-neutral produzieren zu können. Zu den wichtigsten Forschungsprojekten zählen das EU-Leuchtturmprojekt H2FUTURE am Standort Linz zur Herstellung und Nutzung von “grünem” Wasserstoff im großindustriellen Maßstab sowie am Standort Donawitz die Versuchsanlagen zur CO2–neutralen Stahlerzeugung durch Direktreduktion von Erzen mittels Wasserstoff. Darüber hinaus wird auch an Möglichkeiten geforscht, CO2 mittels Wasserstoff in verwertbare Rohstoffe umzuwandeln.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass die Grundvoraussetzung für die Dekarbonisierung der Stahlproduktion – sowohl für die Umsetzung einer Hybridtechnologie unter Einsatz von Elektrolichtbogenöfen als auch für eine langfristige Technologietransformation auf Basis von grünem Wasserstoff – die Verfügbarkeit von Strom aus erneuerbarer Energie in ausreichender Menge und zu wirtschaftlich darstellbaren Preisen darstellt. Nur so werden die zukünftigen Technologien auch tatsächlich wettbewerbsfähig betrieben werden können.

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