Historische Dürre hält Oberösterreich weiter fest im Griff
Presseaussendung
Auch Greenpeace-Analyse bestätigt: Historische Dürre hält Oberösterreich weiter fest im Griff – 95 Prozent niedrige bis sehr niedrige Grundwasserstände zu verzeichnen
Die außergewöhnliche Trockenheit des Jahres 2026 hält Oberösterreich weiterhin fest im Griff. Auch eine heute veröffentlichte Analyse von Greenpeace zeigt das dramatische Ausmaß der Dürre. An acht von 26 untersuchten Grundwassermessstellen in Oberösterreich wurden Mitte Oktober die niedrigsten Wasserstände seit Beginn der jeweiligen Messreihe festgestellt. Die aktuellen Daten der vom oberösterreichischen Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder eingesetzten Taskforce Trockenheit bestätigen die angespannte Situation. An 95 Prozent der beobachteten Messstellen liegen die Grundwasserstände im niedrigen bis sehr niedrigen Bereich.
„Wir kämpfen in Oberösterreich mit einer Dürreperiode, wie wir sie in dieser Dimension bisher noch nicht erlebt haben. Der Regen der vergangenen Wochen war wichtig, aber er kann nicht ausgleichen, was uns über viele Monate gefehlt hat. Gerade beim Grundwasser sehen wir das Niederschlagsdefizit dieses außergewöhnlichen Jahres weiterhin sehr deutlich“, so Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Die Zahlen des hydrografischen Dienstes des Landes Oberösterreich zeigen das Ausmaß. Von Jänner bis September 2026 sind in Oberösterreich lediglich rund 65 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge gefallen. Betrachtet man die vergangenen beiden Jahre, fehlen gegenüber dem langjährigen Durchschnitt gar insgesamt rund 500 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Gleichzeitig haben die hohen Temperaturen die Verdunstung verstärkt. Für eine nachhaltige Erholung der Grundwasserkörper wären nach Einschätzung der Fachexpert/innen länger anhaltende und ergiebige Niederschläge in einer Größenordnung von 200 bis 300 Litern pro Quadratmeter über mehrere Wochen notwendig.
Die Folgen dieser außergewöhnlichen Dürre betreffen mittlerweile zahlreiche Bereiche der Wasserwirtschaft. Die Wasserstände vieler oberösterreichischer Seen liegen weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau. Der Attersee liegt derzeit bei einem Wasserstand von 79 Zentimetern am Pegel Kammer – Tendenz weiter leicht fallend. Auch die Wasserkrafterzeugung ist durch die geringen Abflüsse eingeschränkt, ebenso bestehen Beeinträchtigungen für die Schifffahrt. Besonders herausfordernd bleibt die Situation für einzelne kleinere Trinkwasserversorger.
Trotz der außergewöhnlichen Dürre ist die öffentliche Trinkwasserversorgung in Oberösterreich weiterhin großteils stabil. Eine flächendeckende Trinkwasserknappheit besteht nicht. Allerdings zeigen sich gerade bei kleineren Wassergenossenschaften und privaten Brunnen zunehmend Schwierigkeiten. So waren zuletzt etwa in Weyer, Pettenbach und Pfarrkirchen im Mühlkreis Brunnen trockengefallen und teilweise Notversorgungen notwendig geworden. Besonders betroffen sind Versorgungsanlagen, die ausschließlich von wenig ergiebigen Quellen oder seichten Brunnen abhängig sind.
„Dass trotz dieser noch nie dagewesenen Trockenheit die Trinkwasserversorgung für den überwiegenden Teil funktioniert, ist kein Zufall, sondern auch das Ergebnis jahrelanger Investitionen in unsere Wasserinfrastruktur. Gleichzeitig zeigt uns diese extreme Situation sehr deutlich, wo die Schwachstellen liegen. Unsere Wasserversorger sehen jetzt, wo Brunnen und Quellen an ihre Grenzen stoßen, wo zusätzliche Versorgungsmöglichkeiten geschaffen und wo Leitungsnetze miteinander verbunden werden müssen. Gerade aber in Gemeinden, wo es keine öffentliche Versorgung gibt und die Menschen auf Hausbrunnen angewiesen sind, kann das aber zu kritischen Situationen führen“, betont Kaineder, dessen Ressort gerade die Vernetzung von Versorgungssystemen und die Schaffung zusätzlicher Wasserbezugsquellen unterstützt. Mit der im Oktober gestarteten Informationskampagne „Weil wir alle aufs Wasser schauen“ macht die Wasserwirtschaft des Landes Oberösterreich auf den Wert der Wasserressourcen und die Herausforderungen durch den Klimawandel aufmerksam. Informationen dazu unter wasser.ooe.gv.at.