Abfalltrennung von klein auf: Frühe Bildung als Schlüssel zu nachhaltigem Verhalten

Pressekonferenz mit Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Bürgermeister Roland Wohlmuth (Vorsitzender Oö. Landesabfallverband) und DI Tanja Moser (Abfallberaterin Bezirksabfallverband Linz-Land)

Abfalltrennung von klein auf: Frühe Bildung als Schlüssel zu nachhaltigem Verhalten

Abfalltrennung lernt man nicht irgendwann – man wächst damit auf. Früh erlernte Gewohnheiten begleiten Menschen ein Leben lang und machen richtiges Trennen zu einem selbstverständlichen Teil unserer Alltagskultur in Oberösterreich. Zahlreiche Studien bestätigen, dass früh erlernte Werte und Kompetenzen langfristig gesellschaftliche Normen prägen.

„Nachhaltigkeit beginnt im Kinderzimmer und im Klassenzimmer. Wenn wir wollen, dass Kreislaufwirtschaft in Oberösterreich selbstverständlich gelebt wird, dann müssen wir bei den Jüngsten anfangen. Wer früh lernt, richtig zu trennen und Ressourcen wertzuschätzen, handelt später ganz automatisch verantwortungsvoll“, so der oberösterreichische Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.

„Mit fachlicher Kompetenz und pädagogischem Gespür leisten Abfallberaterinnen und Abfallberater einen zentralen Beitrag zur gelebten Kreislaufwirtschaft in Oberösterreich. Sie zeigen tagtäglich, dass Nachhaltigkeit im Alltag bereits von klein auf beginnt“, betont Bgm. Roland Wohlmuth, Vorsitzender OÖ. Landesabfallverband.

Gerade heute geschieht das Erlernen richtiger Abfalltrennung und umweltbewusstes Verhalten nicht von selbst. Kinder müssen gezielt und spielerisch an das Thema herangeführt werden. Genau hier setzen die OÖ Umwelt Profis (Bezirksabfallverbände und Statutarstädte) an: In jedem oberösterreichischen Bezirk sind speziell ausgebildete Abfallberaterinnen und Abfallberater im Einsatz, die dieses Wissen altersgerecht vermitteln. Ziel ist es, jedes Kind in Oberösterreich mindestens einmal im Laufe seiner Schulzeit zu erreichen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu sensibilisieren.

Die Angebote sind vielfältig und altersgerecht gestaltet: In Abfalltrenn-Workshops helfen jüngere Kinder spielerisch Tierfiguren dabei, die Umwelt vom Müll zu befreien – und lernen dabei ganz nebenbei, welcher Abfall in welche Tonne gehört. Für Kinder mit mehr Bewegungsdrang gibt es abwechslungsreiche Stationenläufe. Ältere Kinder entdecken in Handy-Zerlegeworkshops, wie viele wertvolle Rohstoffe in einem einzigen Mobiltelefon stecken und warum richtiges Entsorgen so wichtig ist.

Lehrerinnen und Lehrer, die in ihren Unterricht so einen Workshop einbauen möchten, können sich beim jeweiligen Bezirksabfallverband melden. Alle Kontaktdaten dazu auf www.umweltprofis.at.

Regional angepasste Materialien für Lehrer und Lehrerinnen

Ergänzend zu diesen persönlichen Bildungsangeboten haben die OÖ Umwelt Profis nun eine neue Online-Plattform speziell für Lehrerinnen und Lehrer geschaffen. Diese Plattform stellt geprüfte, praxisnahe Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die flexibel in unterschiedlichen Fächern – etwa im Sachunterricht oder im Deutschunterricht – eingesetzt werden können.

Der Bedarf dafür ist klar: Pädagoginnen und Pädagogen griffen in der Vergangenheit mangels Alternativen häufig auf Materialien aus dem Ausland zurück, etwa aus Deutschland. Diese sind jedoch nicht immer geeignet, da sich Abfalltrennsysteme von Land zu Land unterscheiden. Ein einfaches Beispiel: Während die Papiertonne in Deutschland blau ist, ist sie in Österreich rot. Solche Unterschiede können zu Missverständnissen und falschem Wissen führen.

Die neue Online-Plattform bietet daher neben Arbeitsblättern fundiertes Hintergrundwissen sowie Anleitungen für kleine Projekte rund um Abfalltrennung und Abfallvermeidung. Damit wird es Lehrerinnen und Lehrern erleichtert, korrektes, regional passendes Wissen zu vermitteln und Nachhaltigkeit dauerhaft im Schulalltag zu verankern.

Kostenlose Lernmaterialien für jede Altersgruppe

Neben digitalen Angeboten stehen speziell konzipierte Printmedien zur Verfügung, die das Thema altersgerecht und praxisnah vermitteln:

  • Für Kinder von 3 bis 8 Jahren: Das Minibuch „Hansi hat Geburtstag“ bettet die Regeln der Abfalltrennung in Oberösterreich in eine erzählerische, kindgerechte Rahmenhandlung ein. So werden bereits die jüngsten Entdeckerinnen und Entdecker spielerisch an einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen herangeführt.
  • Für Kinder ab 8 Jahren: Das Rätselheft „Die Umwelt-Challenge“ bietet eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Thematik. Durch Rätsel und Wissensfragen wird ökologisches Grundwissen gefestigt und die Eigenverantwortung der Kinder gestärkt.

Diese Materialien dienen als wertvolle Unterstützung für die pädagogische Arbeit in Kindergärten und Schulen, sind aber auch für den privaten Gebrauch in Familien gedacht. Sowohl das Minibuch als auch das Rätselheft können kostenlos beim jeweils zuständigen Bezirksabfallverband (BAV) angefordert werden. Weitere Informationen und Unterrichtsmaterialien finden sich unter: www.abfallberatung-ooe.at.

OÖ Abfallberaterinnen und Abfallberater: Wenn Wissen Begeisterung weckt

Die Abfallberaterinnen und Abfallberater der kommunalen Abfallwirtschaft sind in ganz Oberösterreich unterwegs. Sie kommen in Kindergärten und Schulen, bringen Anschauungsmaterialien mit und vermitteln auf kindgerechte Weise unter anderem Themen wie Abfalltrennung, Abfallvermeidung, Recycling und Wiederverwendung.

Sie sind ebenfalls Ansprechpersonen für Gemeinden, Vereine und die Bevölkerung, beantworten Fragen, klären Unsicherheiten und helfen dabei, regionale Abfalltrennung verständlich zu machen.

Wir Abfallberaterinnen und Abfallberater wecken Begeisterung und Neugierde – und begleiten Kinder auf ihrem Weg zu kleinen Umweltprofis“ – DI Tanja Moser, Abfallberaterin beim BAV Linz-Land.

„Mein Dank gilt dem Landesabfallverband und den Bezirksabfallverbänden. Hier arbeiten viele engagierte Menschen, die einen großen Beitrag zu gelungener Kreislaufwirtschaft leisten. Oberösterreich zeigt seit Jahren, dass Abfallwirtschaft weit mehr ist als Müllentsorgung – sie ist aktiver Umwelt- und Klimaschutz. Mit den neuen Unterrichtsmaterialien stellen wir sicher, dass unsere Kinder genau das lernen, was für unser regionales System wichtig ist – praxisnah, verständlich und mit Freude am Entdecken und Ausprobieren“, so Landesrat Stefan Kaineder abschließend.