40 Jahre nach dem Super-GAU – Tschernobyl steckt bis heute im Boden

Pressekonferenz mit Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Univ.-Prof. Dr. Franz Josef Maringer (Experte für Radiologie und Strahlenschutz – BOKU Wien), Ing. Wolfgang Piermayr (Leiter der Gruppe Strahlenschutz – Land OÖ) und Ing. Heinz Waltenberger (Lebensmittelaufsicht – Land OÖ)

40 Jahre nach dem Super-GAU – Tschernobyl steckt bis heute im Boden – Bestandsaufnahme zu den Auswirkungen der Atomkatastrophe auf Oberösterreich

Der Super-GAU von Tschernobyl jährt sich zum 40. Mal. Und Oberösterreich trägt die Folgen bis heute: Cäsium-137 aus Tschernobyl steckt noch immer in unseren Böden. Trotzdem wollen Atomlobbyisten neue Reaktoren an Österreichs Grenzen bauen.

Der 26. April 1986 hat Europa verändert. Tausende Menschen starben, Hunderttausende wurden vertrieben, ganze Landstriche wurden unbewohnbar. Oberösterreich wurde stark vom radioaktiven Fallout getroffen. „Wer Atomkraft als saubere Energie verkauft, verharmlost die Risiken massiv. Unsere Böden tragen noch immer die Spuren von Tschernobyl“, so Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.

„Und dem Deckmantel des Klimaschutzes und der Energiesicherheit wird Atomkraft aktuell europaweit als alternativlos dargestellt. Unsere tschechischen Nachbarn planen direkt an unserer Grenze den nächsten Schritt: Bei Temelin und an weiteren bis zu zehn Standorten sollen sogenannte Small Modular Reactors – kurz SMR – gebaut werden. Die Atomlobby vermarktet diese Mini-Reaktoren als moderne, sichere Alternative. SMR sind kein Neustart, sie sind der alte Irrweg in neuem Gewand. Wer jetzt in Atomkraft investiert, verschwendet Zeit, Geld und Sicherheit, auf Kosten der Menschen in Oberösterreich“, betont Kaineder.

Die Energiewende ist kein reines Klimaschutzprojekt. Europa braucht Energiesicherheit, stabile Preise und vor allem Unabhängigkeit von autoritären Regimen. In Oberösterreich versorgen Erneuerbare Energien bereits hunderttausende Haushalte mit sauberem Strom. Und zwar ohne Strahlungsrisiko, ohne Atommüll-Problem, ohne gefährliche Laufzeitdebatten.

Vorläufige Studienergebnisse: Strahlungsbedingte Auswirkungen durch den Tschernobyl-Fallout

Das Bundesland Oberösterreich gehört zu den durch den Tschernobyl-Fallout am stärksten radioaktiv kontaminierten Regionen Europas. Von den österreichischen Bundesländern ist Oberösterreich geographisch das, vom langlebigen Tschernobyl-Fallout (Cs-137, Cs-134, Sr-90) am stärksten betroffene Bundesland, gefolgt von Salzburg. Die geringsten Falloutkontaminationen weisen die Bundesländer Wien und Vorarlberg auf.

Die relevanten potenziell gesundheitlichen Risiken aus der zusätzlichen Strahlenexposition durch den Tschernobyl-Fallout in Oberösterreich sind primär Säuglingssterblichkeit, Totgeburten und Krebsinzidenz – vor allem Schilddrüsenkrebs, Leukämie und Krebs von strahlungssensitiven Organen. Die, für die vorläufigen Auswertungen verwendeten Daten in dieser Studie wurden den österreichischen Geburtsscheinen, Statistik der Standesfälle einschließlich Todesursachenstatistik und dem Krebsregister entnommen (Statistik Austria). Es werden sowohl Zeitreihen als auch geographische Karten für die gesundheitlichen Endpunkte mittels beschreibender Statistik auf ökologischer Grundlage erstellt.

Die im Rahmen dieser Studie für den Zeitraum 1984 bis 2023 ausgewerteten Krebsraten in Österreich zeigen, dass Oberösterreich im mittleren Bereich aller österreichischen Bundesländer liegt, mit Ausnahme von Schilddrüsenkrebs und Krebs der strahlungssensitiven Organe, wo die altersstandardisierten Raten in Oberösterreich unter dem Bundesländerdurchschnitt liegen.

Aus den bisherigen Auswertungen im Zuge dieser Studie kann gesagt werden, das Oberösterreich in der betrachteten Zeitperiode 1984 bis 2023 keine erhöhten Raten hinsichtlich der untersuchten gesundheitsrelevanten Endpunkte im Vergleich zu den anderen Bundesländern aufweist. Damit bestätigen die vorläufigen Ergebnisse die Vorgängerstudien der BOKU in Zusammenarbeit mit der MedUni Wien aus den Jahren 2006 und 2012.

Abschätzung der zusätzlichen Krebsfälle mittels strahlendosimetrischer Überlegungen

Ergänzend wird im Zuge dieser Studie versucht, die Zahl der, durch den Tschernobyl-Fallout verursachten zusätzlichen Krebsfälle im fünfzigjährigen Folgezeitraum 1986 bis 2036 auf Basis strahlendosimetrischer Überlegungen abzuschätzen. Unter Verwendung regionaler Depositionsdaten, alters- und geschlechtsspezifischer Bevölkerungsverteilungen sowie Jagdstatistiken kann die Größenordnung des Anteils der, durch den Tschernobyl-Fallout im Zeitraum 1986 bis 2036 in Oberösterreich verursachten zusätzlichen Krebsfälle mit rund 0,2 % abgeschätzt werden.

Die strahlendosimetrische Prognose der zusätzlichen Krebsfälle durch den Tschernobyl-Fallout ist methodisch mit Vorbehalt zu betrachten, da die zugrundeliegenden Daten nur unvollständig verfügbar sind, bei der Abschätzung ein linearer Zusammenhang zwischen Strahlenexposition und Krebsrisiko im untersten Dosisbereich zugrunde gelegt wird und die Dosisreduktion durch die, im Jahr 1986 getroffen Strahlenschutz-Vorsorgemaßnahmen (z.B. Verkaufsverbot kontaminierter Lebensmittel) noch nicht ausreichend berücksichtigt wurden. In der noch durchzuführenden finalen Auswertung der Daten wird versucht, die Abschätzung der zusätzlich verursachten Krebsfälle so weit wie möglich zu konkretisieren.  

Nach offiziellen Schätzungen ist infolge von strahlenbedingtem Krebs und Leukämie in den am stärksten exponierten Bevölkerungsgruppen, vor allem bei den Einsatzkräften und den evakuierten Anwohnern der, am stärksten durch Tschernobyl kontaminierten Gebiete in Belarus, Russland und der Ukraine im Zeitraum bis 2065 mit insgesamt rund 4.000 Todesfällen zu rechnen. Dazu zählen Arbeiter (‚Liquidatoren‘), die am akuten Strahlensyndrom, sowie Kinder, die an Schilddrüsenkrebs starben.

Laut WHO gibt es bis 2011 keine eindeutigen Hinweise auf einen messbaren Anstieg strahlenbedingter gesundheitlicher Schäden außerhalb von Belarus, Russland und der Ukraine. Allerdings deuten die 2006 veröffentlichten Prognosen der IARC darauf hin, dass von allen Krebsfällen, die in Europa zwischen 1986 und 2065 erwartet werden, etwa 0,01 % mit der Strahlung aus dem Unfall von Tschernobyl in Zusammenhang stehen könnten. Dabei wird der größte zurechenbare Anteil (etwa 1 %) für Schilddrüsenkrebs prognostiziert, wobei fast 70 % dieser zurechenbaren Fälle voraussichtlich in den am stärksten kontaminierten Regionen von Belarus, Russland und der Ukraine auftreten werden. Insgesamt geht die geschätzte Prognose von rund 25.000 potenziellen zusätzlichen Krebsfällen in Europa bis 2065 aus, die möglicherweise auf die Strahlenbelastung durch Tschernobyl zurückzuführen sind. Diese Prognose ist jedoch mit hohen, methodisch unvermeidbaren Unsicherheiten behaftet.

Resümee für den zukünftigen Gesundheitsschutz der Bevölkerung bei großräumigen radioaktiven Umweltkontaminationen

Aus den vorläufigen Ergebnissen der Studie kann abgeleitet werden, das rechtzeitig eingeleitete umfassende Strahlenschutzmaßnahmen im radioaktiven Notfall – wie im April, Mai 1986 in Österreich erfolgt – einen wirksamen Gesundheitsschutz für die betroffene Bevölkerung sicherstellen. Der radioökologische Strahlenschutz im Notfall – wie z.B. die Kontrolle und gegebenenfalls aus dem Verkehr zuziehende kontaminierte Lebensmittel, sowie das effizient koordinierte Notfallmanagement der verantwortlichen Bundes- und Landesbehörden und operativen Einrichtungen (Agentur für Gesundheit und Lebensmittel-sicherheit, Umweltbundsamt) im Anlassfall – ist unbedingt notwendig, um die gesundheitlichen Folgen einer radioaktiven Umweltkontamination für die Bevölkerung zu minimieren.     

Strahlenschutz in Oberösterreich

Freisetzung von radioaktiven Stoffen beim Super-GAU in Tschernobyl

Die größten Freisetzungen radioaktiver Stoffe fanden während des Zeitraums von zehn Tagen nach der Explosion statt. Aufgrund der großen Hitze des Graphitbrandes gelangten gasförmige oder leichtflüchtige Stoffe in Höhen von 1.500 bis 10.000 Metern. Die Wolken mit dem radioaktiven Fallout verteilten sich zunächst über weite Teile Europas und schließlich über die gesamte nördliche Halbkugel. Der Boden wurde je nach regionalen Regenfällen unterschiedlich hoch belastet.  In Teilen Oberösterreichs kam es in diesen Tagen zu starken Niederschlägen, wodurch in diesen Regionen die radioaktiven Partikel in erhöhtem Maß im Boden abgelagert wurden. Aufgrund der Halbwertszeit von Cs-137 von rund 30 Jahren weisen diese Regionen auch heute noch vergleichsweise höhere Werte an radioaktivem Cs-137 auf.

Österreich zählt zu den am stärksten betroffenen Gebieten Westeuropas

Von den insgesamt 70 PBq freigesetzten Radiocäsiums wurden 1,6 PBq, also 2 %, in Österreich deponiert. Wobei besonders das Salzkammergut und Nachbargebiete, die Welser Heide und die Hohen Tauern betroffen waren, sowie die Niederen Tauern und die Koralpregion/Südostkärnten (mit Durchschnittskontaminationen > 100 kBq/m²). Höhere Werte wurden nur in Weißrussland, Russland und der Ukraine sowie einigen Gebieten Skandinaviens gemessen. Die Depositionswerte in Kiew jedoch liegen bei 30 kBq/m2, in weiten Teilen der Ukraine sogar unter den durchschnittlichen Werten in Österreich von 22 kBq/m2.

Durchgeführte Maßnahmen nach Tschernobyl

Als Maßnahmen nach dem KKW-Unfall in Tschernobyl wurden in Österreich primär Kontrollen im Nahrungsmittelbereich gesetzt:

Verkaufsverbot für Grüngemüse und von Schaf- und Ziegenmilch, der Grünfutterfütterung bei Milchkühen, des Genusses von Zisternenwasser, und langfristiger etwa Importverbote für Nahrungsmittel aus hochbelasteten Agrarproduktionsländern, Verbot des Wildabschusses, Fütterungspläne in der heimischen Landwirtschaft oder Grenzwerte für die Klärschlammausbringung – in späteren Studien hat sich gezeigt, dass diese in der Öffentlichkeit nur wenig beachteten Maßnahmen auf Produktions- und Handelsseite mehr Schutzwirkung gebracht haben als etwa Empfehlungen zu direkten Verhaltensänderungen.

Strahlenexposition in Österreich

Die mittlere Strahlenexposition betrug in Österreich im ersten Jahr nach dem Unfall 0,54 mSv. Davon wurden etwa 0,10 mSv durch die externe Strahlung aus der Wolke sowie von am Boden abgelagerter Radioaktivität verursacht. Der Beitrag durch Inhalation radioaktiver Stoffe in der Luft betrug 0,03 mSv und der größte Beitrag zur Dosis stammte von der Ingestion kontaminierter Nahrungsmittel. Die Strahlenbelastung ist innerhalb von 30 Jahren von anfangs etwa 0,4 – 0,7 mSv auf heute weit unter 1% der durchschnittlichen Gesamtstrahlenbelastung (ca. 6,0 mSv/a) gesunken.

Aktuelle Lage in Tschernobyl

Der ursprüngliche Sarkophag im Kernkraftwerk Tschernobyl wurde nach der Katastrophe unter großem Zeitdruck aus Beton und Stahl errichtet, um den zerstörten Reaktor provisorisch abzuschirmen und wies in der Konstruktion erhebliche Mängel auf:

Sie war teilweise instabil, nicht vollständig dicht und entwickelte im Laufe der Jahre Risse, durch die Wasser eindringen und radioaktive Stoffe entweichen konnten.

Die neue Schutzhülle (New Safe Confinement – NSC) mit Baukosten von über 2 Milliarden Euro wurde 2016 fertiggestellt und hat eine geplante Lebensdauer von 100 Jahren. Ihr Zweck ist die Bereitstellung eines sicheren Umfelds für den Rückbau, der Bergung der geschmolzenen Kernbrennstoffe und der Verhinderung eines Strahlenaustritts.

Jedoch wurde die Schutzhülle im Februar 2025 im Zuge von Kampfhandlungen durch einen Drohnenangriff in 87 Metern Höhe beschädigt, wobei ein Brand entstand und die Außenhaut auf über 15 Quadratmetern durchbrochen wurde. Der innere Betonsarkophag blieb intakt, wodurch eine erhöhte Strahlenfreisetzung ausblieb, jedoch eine aufwändige Reparatur der tragenden Stahlstruktur erforderlich wurde. Das Loch wurde im Winter 2025/2026 provisorisch versiegelt, während eine umfassende Sanierung, mit geschätzten Kosten von rund einer halben Milliarde Euro bis mindestens 2030 andauern wird.

Strahlennotfallvorsorge in Österreich heute

Die Tschernobyl-Katastrophe zeigte erstmals deutlich, dass radioaktive Belastungen grenzüberschreitend auftreten und auch Österreich stark betreffen können. Es entstanden flächendeckende Messsysteme, umfassende Notfallpläne sowie regelmäßige Kontrollen von Umwelt, Lebensmitteln und Wasser, um radioaktive Belastungen frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig wurde die internationale Zusammenarbeit intensiviert, sodass Messdaten heute grenzüberschreitend ausgetauscht und gemeinsam bewertet werden können.

In Österreich basiert der moderne Strahlenschutz auf einem mehrstufigen, technisch hochentwickelten Gesamtsystem, das verschiedene Mess- und Analysenetzwerke miteinander kombiniert. Dazu gehören insbesondere:

  • Strahlenfrühwarnsystem: Über 300 Messstationen erfassen im Minutentakt die Gamma-Dosisleistung in ganz Österreich
  • Luftmessstationen: Messung von Aerosolen und radioaktiven Partikel in der Luft, besonders in Grenzregionen
  • Umwelt- und Lebensmittelmonitoring: Regelmäßige Untersuchungen von Boden, Wasser und Lebensmitteln
  • Entscheidungs- und Prognosesysteme: Simulation der Ausbreitung radioaktiver Stoffe anhand von Wetterdaten

Bürger:innen können die Daten des Strahlenfrühwarnsystems wie folgt abrufen:

  • Österreich: Aktuelle Werte von repräsentativen Stationen auf der Seite des Strahlenfrühwarnsystem des BMLUK (https://mb.strahlenschutz.gv.at) sowie im ORF-Teletext auf Seite 623.
  • Europa: https://remap.jrc.ec.europa.eu/Advanced.aspx

Auf Grundlage dieser Messdaten können Behörden schnell Maßnahmen wie Warnungen, Aufenthaltsbeschränkungen oder andere Schutzempfehlungen für die Bevölkerung festlegen.

Radioaktivität in Lebensmitteln – Beprobung durch oö. Lebensmittelaufsicht

Im Untersuchungszeitraum von April 2021 bis April 2026 wurden 601 Lebensmittelproben aus Oberösterreich auf Radioaktivität untersucht.

Die meisten Proben wurden von der OÖ. Lebensmittelaufsicht im Rahmen des Rohmilch-Monitorings bzw. im Rahmen der jährlichen Schwerpunktaktionen „Strahlenalarm Probenziehungstraining“, wo die Abläufe für den Ernstfall geübt werden, gezogen und an den AGES-Strahlenschutz Linz übermittelt:

  • Rohmilch aus den Routine-Touren (239 Proben)
  • Obst, Gemüse- und Wildpilzproben aus den Schwerpunktaktionen „Strahlenalarm – Probenziehungstraining“ (84 Proben)
  • Getreide und landwirtschaftliche Urprodukte von den AGES-Versuchsfeldern in Hagenberg/Mühlviertel (Teil des Projekts „Beweissicherung Temelin“, 45 Proben).
  • Trinkwasserproben aus Oberösterreich, die im Rahmen der Notfallübung 2025 gemäß Strahlenalarmplan OÖ gezogen und untersucht wurden, sowie Monats-Sammelproben des Linzer Trinkwassers vom AGES-Standort (12 bzw. 58 Proben)
  • Fleisch (Rind und Wild) aus Oberösterreich, das aus der Rückstands-Beprobung bzw. über die AGES-Veterinärmedizin bezogen wird (60 Wildfleischproben, 103 Rindfleischproben)

Messergebnisse Lebensmittelproben

Cäsium-Isotope (Cs-137 und Cs-134) werden bei Unfällen in Kernkraftwerken freigesetzt und sind später in Pflanzen bzw. infolge der Nahrungsaufnahme auch in Fleisch nachweisbar.

In keiner der untersuchten Proben wurde im Untersuchungszeitraum Cs-134 nachgewiesen.

In manchen Obst- und Gemüseproben war Cäsium-137 erkenn- bzw. nachweisbar (14 Proben), Werte über 1 Bq/kg wurden bei einer Kopfsalat- und 5 Wildpilzproben ermittelt. Bei 78 Proben Rohmilch wurde Cs-137 erkannt bzw. nachgewiesen, bei 2 Proben lag der Messwert über 0,5 Bq/kg (Reporting Level für Milch gemäß EURATOM-Vertrag). Bei Getreide- und Hülsenfrüchten wurden insgesamt niedrige Cäsium-137 Werte beobachtet, nur bei 7 Proben die Ergebnisse etwas über 1 Bq/kg (Hafer, Soja- und Ackerbohne).

In keiner Trinkwasserprobe konnte Cs-137 nachgewiesen werden.

Von den 60 Wildfleischproben enthielten 25 Proben mehr als 1 Bq/kg an Cs-137. Zwei Proben wiesen Werte über 200 Bq/kg Cs-137 auf (238 Bq/kg bzw. 210 Bq/kg). Bei den Rindfleischproben waren in 7 der 103 Proben Cs-137 Werte über 1 Bq/kg nachweisbar.

Der gelegentliche Konsum von Nahrungsmitteln, etwa von Wildpilzen oder von Wildfleisch, deren Radioaktivität über dem Grenzwert (600 Bq/kg) liegt, stellt kein Problem dar, weil unsere sonstigen Nahrungsmittel völlig unbelastet sind. Die Strahlenbelastung bei einem Flug in 10.000 m Höhe pro Stunde ist höher, als wenn bei einer Mahlzeit 200 g Wildpilze oder Wildfleisch mit einer vergleichsweise hohen Kontamination von 1000 Bq/kg verzehrt werden (Quelle BMASGPK).