Renaturierung im Unteren Kremstal: Ein Gewinn für Natur, Hochwasserschutz und Naherholung

Medientermin mit Bundesminister Mag. Norbert Totschnig, MSc, Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder und Landesrätin Michaela Langer-Weninger, PMM

Renaturierung im Unteren Kremstal: Ein Gewinn für Natur, Hochwasserschutz und Naherholung

Der Wasserverband Unteres Kremstal setzt gemeinsam mit dem Land Oberösterreich und maßgeblich mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft durch die Renaturierung der Krems mit einer Gesamtinvestition von rund 19,4 Millionen Euro ein deutliches Zeichen für den Schutz der Umwelt und für nachhaltigen Hochwasserschutz. Die Renaturierung der Krems und des Sulzbachs in den Gemeinden Kematen, Piberbach und Kremsmünster bringt dabei zahlreiche Vorteile: Sie stärkt den ökologischen Zustand der Gewässer, schafft Lebensräume für Tiere und Pflanzen und bietet den Menschen in der Region künftig wertvolle Naherholungsgebiete.

Derzeit sind die Krems und der Sulzbach im Projektbereich hart reguliert und weisen eine mit Blockwurf verbaute Uferlinie mit gestreckter, monotoner Linienführung – also eine Wasserautobahn – auf. Die Renaturierung wird auf einer Gesamtlänge von 4,2 km und einer Fläche von ca. 18 ha durchgeführt und zielt darauf ab, den beiden Flüssen einen natürlichen Verlauf zurückzugeben. Dies umfasst die Schaffung von Mäandern und einer vielfältigen Struktur im Flussbett, was die Lebensbedingungen für Fische und andere aquatischen und terrestrischen Organismen erheblich verbessern wird. Neben den ökologischen Vorteilen wird die Maßnahme auch den Hochwasserschutz optimieren und neue Erholungsräume und Zugänge für die Bevölkerung schaffen.

Wasserminister Mag. Norbert Totschnig, MSc: „Mit der Renaturierung der Krems verwandeln wir eine frühere ‚Wasserautobahn‘ in einen wertvollen Lebens- und Erholungsraum. Das Projekt zeigt, wie sich Ökologie und Naherholung vereinen können zum Wohl der Bevölkerung und der Natur. Besonders freut es mich, dass dieses Projekt aus einer aktiven Bevölkerungsbeteiligung in Form eines Flussdialogs hervorgegangen ist. Insgesamt werden rund 19 Millionen Euro investiert, davon stellt das Wasserwirtschaftsministerium mehr als 11 Millionen Euro zur Verfügung. Mein Dank gilt allen, die an der Planung und Umsetzung beteiligt sind. Dieses gemeinsame Engagement stärkt unsere Regionen, schützt die Artenvielfalt und schafft Lebensqualität für kommende Generationen.“

Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer: „Mit diesem Zukunftsprojekt bekommt die Krems wieder ihren natürlichen Raum – und damit steigern wir auch die Lebensqualität der Menschen in der Region. Renaturierungen wie diese zeigen, wie verantwortungsvoll wir heute handeln, um morgen sicherer und ökologisch stärker zu sein. Dass hier Gemeinden, Grundeigentümer, Land und Bund so konstruktiv zusammenarbeiten, ist der typisch oberösterreichische Weg und ein starkes Zeichen: Wir investieren gemeinsam in Schutz, in Natur und in eine lebenswerte Zukunft für die nächsten Generationen.“

Gemeinde-Landesrätin Michaela Langer-Weninger, PMM: „Renaturierung macht immer dann Sinn, wenn sie von den Menschen vor Ort gewollt, getragen und praxisnah gedacht wird. Kematen, Piberbach und Kremsmünster zeigen mit diesem Projekt, wie Gemeinden in Lebensqualität und nachhaltigen Hochwasserschutz investieren – das Land Oberösterreich steht dabei selbstverständlich an ihrer Seite. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Projektentwicklung war die maßgebliche Mitwirkung von Oberösterreichs Agrarbehörde, die von der Grundidee über die intensive Begleitung bis hin zur erfolgreichen Konzeption eine zentrale Rolle übernommen hat. Ihr hohes fachliches Engagement, die sensible Einbindung aller Grundeigentümer und die professionelle Abwicklung der Grundzusammenlegung machen Projekte wie diese erst möglich.“

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder: „Mit dieser Renaturierung machen wir aus einem verbauten Gewässer wieder einen lebendigen Flussraum. Wir zeigen, wie ökologischer Fortschritt und Hochwasserschutz Hand in Hand gehen. Dieses Projekt beweist, was möglich ist, wenn Grundstückseigentümer, Fachstellen und Gemeinden an einem Strang ziehen: Wir holen die Natürlichkeit zurück in unsere Flusslandschaften, stärken den Lebensraum für Tiere und schaffen neue Orte zum Durchatmen für die Menschen. Das ist eine echte Investition in die Zukunft.“

„Die Realisierung des Projekts in diesem Umfang wurde durch die kooperative Bereitschaft der Grundstückseigentümer ermöglicht, die die erforderlichen Flächen im Rahmen von Kauf- oder Tauschverträgen zur Verfügung stellten. Die Verfahren wurden unter fachlicher Begleitung und Koordination durch die Ländliche Neuordnung des Landes Oberösterreich abgewickelt. Ein besonderer Dank gilt dem Gewässerbezirk Linz, der den Wasserverband seit Bekanntwerden der gesetzlich verpflichtenden Umsetzung mit großer fachlicher Kompetenz und intensiver fördertechnischer Unterstützung maßgeblich begleitet“ so Verbandsobmann Markus Stadlbauer, M.A. (Bürgermeister der Gemeinde Kematen).

Projektdaten im Überblick:

  • Projektgebiet: Krems Flusskilometer 21,8-26,0
  • Beteiligte Gemeinden: Kematen an der Krems, Kremsmünster, Piberbach
  • Gesamtkosten: 19,4 Millionen Euro inkl. Grundkauf
  • Umfang der Maßnahmen: Gesamtlänge 4.200 m und Flächenbedarf von ca. 18 ha
  • Zeitplan:
    • Planungsbeginn: Januar 2024
    • Förderzusage: Dezember 2024
    • Bauzeit: Herbst 2025-2027

Finanzierungsschlüssel:

  • 60% Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (UFG Förderung Gewässerökologie)
  • 30% Land Oberösterreich
  • 8%  Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Biodiversitätsfonds)
  • 2%  Wasserverband Unteres Kremstal