Garsten und Ternberg auf dem Weg Richtung Klimaneutralität

Pressekonferenz mit Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Bürgermeisterin der Gemeinde Garsten Katrin Krenn, Bürgermeister der Gemeinde Ternberg Günther Steindler, Umweltausschuss-Obmann der Gemeinde Garsten Michael Zachl, Umweltausschuss-Obmann der Gemeinde Ternberg Hannes Altrichter, Petra Wallentin von Garsten for Future und Vertreter Klimabündnis OÖ Reinhard Brix

Garsten und Ternberg auf dem Weg Richtung Klimaneutralität – „Paris, wir kommen“: Zwei Gemeinden im Ennstal haben eine kommunale Klimastrategie

Im Rahmen der Pariser Klimaziele haben sich 195 Staaten darauf geeinigt, die globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es rasches und konsequentes Handeln auf allen Ebenen – insbesondere in Städten und Gemeinden, wo Klimaschutz und Klimawandelanpassung konkret umgesetzt werden können.

Mit dem Programm „Paris, wir kommen“ unterstützt das Klimabündnis Oberösterreich gemeinsam mit dem Umwelt- und Klimaschutzressort des Landes Oberösterreich Gemeinden bei der Entwicklung umsetzungsorientierter Klimastrategien. In diesem Rahmen haben nun auch die Gemeinden Garsten und Ternberg ihre kommunalen Klimastrategien bis 2030 erarbeitet.

Land Oberösterreich: Gemeinden als zentraler Hebel

„Die Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – und sie entscheidet sich ganz wesentlich auf lokaler Ebene. Gemeinden haben einen enormen Hebel, wenn es um Mobilität, Energie, Bodenverbrauch oder Bewusstseinsbildung geht. Mit den Klimastrategien von Garsten und Ternberg zeigen zwei Gemeinden, wie Klimaschutz strategisch, faktenbasiert und realistisch angegangen werden kann. Das Land Oberösterreich unterstützt diesen Weg gezielt, weil Investitionen in Klimaschutz Investitionen in Lebensqualität, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung sind“, betont Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.

Garsten: Klimaschutz als Teil des kommunalen Alltags

Die Marktgemeinde Garsten engagiert sich seit vielen Jahren aktiv im Umwelt- und Klimaschutz und verfügt bereits über eine starke Ausgangsbasis – etwa in den Bereichen klimafreundliche Mobilität, erneuerbare Energien, energieeffiziente Gebäude und Bewusstseinsbildung.

„Mit der Klimastrategie Garsten 2030 bündeln wir erstmals unsere bisherigen Aktivitäten in einem gemeinsamen Rahmen und schaffen damit Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Gleichzeitig definieren wir konkrete Maßnahmen, die wir auch in budgetär herausfordernden Zeiten, Schritt für Schritt umsetzen wollen“, erklärt Bürgermeisterin Katrin Krenn.

Zu den geplanten Maßnahmen zählt unter anderem die Weiterentwicklung des Radplans Garsten, mit dem sichere, durchgängige und gut sichtbare Radverbindungen im Gemeindegebiet ausgebaut werden sollen. Ergänzend setzt Garsten mit dem Projekt ‚Papierloses Amt‘ auf Digitalisierung und Ressourcenschonung in der Verwaltung, um Papierverbrauch, Amtswege und Kosten zu reduzieren und gleichzeitig den Bürgerservice zu verbessern.

Ternberg: Vom Beschluss zur Umsetzung vor Ort

Auch die Marktgemeinde Ternberg setzt mit ihrer Klimastrategie 2030 klare Schwerpunkte in den Bereichen Klimaschutz und Klimawandelanpassung.

„Uns war wichtig, Maßnahmen zu entwickeln, die konkret umsetzbar sind und sich positiv auf die Lebensqualität in Ternberg auswirken. Die Klimastrategie ist für uns kein theoretisches Papier, sondern ein Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre“, so Bürgermeister Günther Steindler.

Geplant ist unter anderem die Ausweitung des bestehenden E-Carsharing-Angebots, um klimafreundliche Mobilität für mehr Menschen zugänglich zu machen und den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Im Bereich Klimawandelanpassung setzt Ternberg auf versickerungsfähige Parkflächen, die helfen sollen, Starkregen besser abzufedern, Überflutungsrisiken zu senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Bodenschutz und zur Kühlung des Ortsklimas zu leisten.

Klimabündnis OÖ: Lokal handeln, global wirken

Die beiden Klimastrategien sind das Ergebnis intensiver Arbeits- und Beteiligungsprozesse. In Workshops, Verwaltungsrunden und Beteiligungsformaten wurden Politik, Verwaltung und engagierte Bürger:innen aktiv eingebunden. Grundlage bildeten kommunale Klimabilanzen, die aufzeigen, wo die größten Emissionsquellen liegen und wo Gemeinden wirksam ansetzen können.

„Garsten und Ternberg zeigen sehr deutlich, wie der globale Rahmen der Pariser Klimaziele auf kommunaler Ebene übersetzt werden kann. Klimaschutz funktioniert dann besonders gut, wenn er partizipativ, faktenbasiert und langfristig angelegt ist“, erklärt Reinhard Brix vom Klimabündnis Oberösterreich. „Mit den beschlossenen Strategien haben beide Gemeinden ein starkes Fundament geschaffen, um Klimaschutz und Klimawandelanpassung dauerhaft in Politik, Verwaltung und Investitionsentscheidungen zu verankern.“