Die Stadt Braunau auf dem Weg Richtung Klimaneutralität

Pressekonferenz mit Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Bürgermeister Johannes Waidbacher, Stadtrat Günter Winterstätter und Klimabündnis OÖ Vertreter Martin Schott

Die Stadt Braunau auf dem Weg Richtung Klimaneutralität – Paris, wir kommen: kommunale Klimastrategie für Braunau entwickelt

Im Rahmen der Pariser Klimaziele haben sich im Jahr 2015 195 Staaten darauf geeinigt, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Während viele Staaten und fossile Lobbys ambitionierte Klimaschutzpläne verhindern, müssen die europäischen Staaten beweisen, dass sie unseren Kindern und Enkelkindern einen bewohnbaren Planeten übergeben wollen. Die Klima-Forschung ist sich einig: um die Klimaziele zu erreichen, braucht es eine radikale und sofortige Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase.

Für die Rettung des Planeten braucht es Maßnahmen und Anstrengungen auf allen Ebenen. Mit dem im Frühjahr 2022 gestarteten Projekt „Paris, wir kommen“ unterstützt das Klimabündnis OÖ seit 2022 gemeinsam mit dem Umwelt- und Klimaschutzressort des Landes Oberösterreich Städte und Gemeinden auf ihrem Weg Richtung Klimaneutralität. Seit Start des Programmes wurden rund 20 Städte und Gemeinden auf ihrem Weg zur kommunalen Klimastrategie begleitet.

„Mit dem Projekt ´Paris, wir kommen´ werden in Oberösterreich kommunale Klimastrategien in den Städten und Gemeinden erarbeitet. Wir läuten damit auch eine Zeitenwende im Denken ein. Die teilnehmenden Städte und Gemeinden budgetieren jährlich Finanzmittel für die Bekämpfung der Klimakrise und zur Klimawandelanpassung in ihrem Wirkungsbereich. Es freut mich sehr, dass Braunau als gutes Beispiel vorangeht und zeigt, dass sich Klimaschutz auf kommunaler Ebene auszahlt. Mein Dank gilt allen Beteiligten in Braunau sowie dem Klimabündnis OÖ für die hervorragende Begleitung dieses Projektes“, so Umwelt- und Klima-Landesrat Kaineder.

Die Stadt Braunau am Inn engagiert sich seit vielen Jahren konsequent im Umwelt- und Klimaschutz. Bereits früh hat die Stadt strukturelle Weichen gestellt – von der Mitgliedschaft im Klimabündnis über strategische Konzepte bis hin zu konkreten Investitionen in emissionsarme Energie, Mobilität und Grünraum. Projekte wie ein Gesamtenergiekonzept, die grenzüberschreitende Geothermie-Wärmeversorgung mit Simbach, der kontinuierliche Ausbau der Radinfrastruktur sowie die Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf Elektromobilität zeigen, dass Klimaschutz in Braunau seit langem gelebt wird. Die Klimastrategie 2040 bündelt diese Aktivitäten erstmals in einem gemeinsamen, Rahmen und schafft Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Gleichzeitig steht Braunau als Abgangsgemeinde vor großen finanziellen Herausforderungen. Um ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen umsetzen zu können, ist die Stadt vor allem in Bezug auf eine nachhaltige finanzielle Basis auf die Unterstützung von Land und Bund angewiesen.

„Braunau übernimmt seit vielen Jahren Verantwortung für Umwelt- und Klimaschutz. Mit der Klimastrategie 2040 schaffen wir eine klare Grundlage, um diesen Weg konsequent weiterzugehen. Klimaschutz ist eine Investition in die Zukunft – doch gerade für Abgangsgemeinden braucht es dafür nachhaltige finanzielle Rahmenbedingungen. Mein Dank gilt dem Land Oberösterreich für die bisherige Unterstützung und die konstruktive Zusammenarbeit“, so der Braunauer Bürgermeister Johannes Waidbacher.

Die Klimastrategie ist das Ergebnis eines intensiven Arbeits- und Beteiligungsprozesses und bildet die Entscheidungsgrundlage für konkrete Umsetzungsmaßnahmen in den kommenden Jahren. Besonders wertvoll ist dabei der Austausch im Rahmen des Pionierstädte-Prozesses sowie die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Verwaltung und Praxis.

Zentrale Schwerpunkte liegen auf klimafitter Stadtentwicklung, nachhaltiger Mobilität und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Geplante Maßnahmen reichen von der systematischen Entsiegelung und hochwertigen Grünraumgestaltung über die Weiterentwicklung der Radinfrastruktur bis hin zu energetischen Sanierungen kommunaler Gebäude wie Schulen und Kindergärten. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der schrittweisen Umsetzung des im Projekt eigens entwickelten regionalen Schwammstadt-Prinzips mit lokalen Ressourcen, um Hitze- und Starkregenereignisse künftig besser abzufedern und gleichzeitig das Stadt- und Mikroklima nachhaltig zu verbessern.

„Die Arbeit an der Klimastrategie war fachlich sehr spannend und praxisnah. Jetzt geht es darum, die Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen und sichtbar zu machen“, erklärt der zuständige Braunauer Stadtrat Günter Winterstätter. „Das hier für die Region eigens im Projekt adaptierte Schwammstadt-Prinzip ist ein Schlüssel für Braunau und die gesamte Umgebung, um besser mit Hitze, Starkregen und Versiegelung umzugehen – hier setzen wir künftig einen klaren Schwerpunkt“, so Winterstätter weiter. Martin Schott vom Klimabündnis Oberösterreich ergänzt: „Braunau zeigt, dass man gemeinsam mehr erreichen kann: lokal handeln und dabei globale Wirkung entfalten. Die Klimastrategie 2040 ist ein starkes Fundament, um Klimaschutz dauerhaft in Verwaltung, Politik und Investitionsentscheidungen zu verankern.“

Die Klimastrategie Braunau am Inn 2040 zeigt, wie wirksam kommunaler Klimaschutz ist, wenn er partizipativ, faktenbasiert und langfristig angelegt wird. Das Klimabündnis Oberösterreich begleitet Gemeinden wie Braunau am Inn aktiv auf dem Weg zu mehr Klimaschutz und Klimaneutralität. Die regionalen Angebote umfassen fachliche Beratung, Begleitung bei der Strategieentwicklung, konkrete Maßnahmenplanung, Wissenstransfer und Unterstützung bei der Umsetzung kommunaler Klimaschutzmaßnahmen. Gemeinden profitieren zudem von Vernetzung, Erfahrungsaustausch, Projektideen und einem umfangreichen Angebot an Tools zur Analyse und Potentialermittlung. Zusätzlich unterstützt das Klimabündnis beim Aufbau lokaler Arbeitsgruppen, beim Austausch mit anderen Gemeinden und bei der Teilnahme an Kampagnen und Initiativen, die Bewusstsein und Engagement stärken.