Altmünster auf dem Weg Richtung Klimaneutralität
Pressekonferenz mit Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Bürgermeister Martin Pelzer, Ausschussobmann für Finanz und Nachhaltigkeit Franz Schögl, Umwelt- und Nachhaltigkeitsberater Alexander Strobl und Martin Schott (Klimabündnis OÖ)
Altmünster auf dem Weg Richtung Klimaneutralität – Paris, wir kommen: kommunale Klimastrategie einstimmig im Gemeinderat beschlossen
Im Rahmen der Pariser Klimaziele haben sich im Jahr 2015 195 Staaten darauf geeinigt, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Während viele Staaten und fossile Lobbys ambitionierte Klimaschutzpläne verhindern, müssen die europäischen Staaten beweisen, dass sie unseren Kindern und Enkelkindern einen bewohnbaren Planeten übergeben wollen. Die Klima-Forschung ist sich einig: um die Klimaziele zu erreichen, braucht es eine radikale und sofortige Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase.
Für die Rettung des Planeten braucht es Maßnahmen und Anstrengungen auf allen Ebenen. Mit dem im Frühjahr 2022 gestarteten Projekt „Paris, wir kommen“ unterstützt das Klimabündnis OÖ seit 2022 gemeinsam mit dem Umwelt- und Klimaschutzressort des Landes Oberösterreich Städte und Gemeinden auf ihrem Weg Richtung Klimaneutralität. Seit Start des Programmes wurden rund 20 Städte und Gemeinden auf ihrem Weg zur kommunalen Klimastrategie begleitet.
„Mit dem Projekt ´Paris, wir kommen´ werden in Oberösterreich kommunale Klimastrategien in den Städten und Gemeinden erarbeitet. Wir läuten damit auch eine Zeitenwende im Denken ein. Die teilnehmenden Städte und Gemeinden budgetieren jährlich Finanzmittel für die Bekämpfung der Klimakrise und zur Klimawandelanpassung in ihrem Wirkungsbereich. Es freut mich sehr, dass Altmünster als gutes Beispiel vorangeht und zeigt, dass sich Klimaschutz auf kommunaler Ebene auszahlt. Mein Dank gilt allen Beteiligten in Altmünster sowie dem Klimabündnis OÖ für die hervorragende Begleitung dieses Projektes“, so Umwelt- und Klima-Landesrat Kaineder.
Die Marktgemeinde Altmünster engagiert sich bereits seit vielen Jahren konsequent im Umwelt- und Klimaschutz. Schon vor über 30 Jahren wurden personelle Ressourcen für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen in der Gemeindeverwaltung aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt. Zahlreiche Projekte in den Bereichen Energie, Mobilität, Bodenschutz und Biodiversität sowie eine intensive Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung prägen die Arbeit der Gemeinde bis heute. Die Klimastrategie „Altmünster 2040“ baut damit auf einer langjährigen Erfahrung auf und bündelt bestehende Aktivitäten erstmals in einem gemeinsamen, strategischen Rahmen.
„Die Marktgemeinde Altmünster versteht Nachhaltigkeit schon lange als konkrete kommunale Gestaltungsaufgabe. Mit der Klimastrategie 2040 schaffen wir einen verbindlichen Rahmen, um Verantwortung zu übernehmen. Uns geht es darum, die Lebensqualität zu sichern und die Entwicklung unserer schönen Gemeinde aktiv in die Hand zu nehmen“, erklärt DI Martin Pelzer, Bürgermeister von Altmünster.
Altmünster als Pionierstadt
Altmünster ist dazu auch Teil der österreichweiten Mission „Klimaneutrale Stadt“ des Klimafonds und des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur und wurde als Pionierstadt ausgewählt. Damit gehört die Marktgemeinde zu jenen Kommunen, die Klimaneutralität nicht nur als Ziel formulieren, sondern als integrierten Entwicklungsprozess umsetzen. Als Pionierstadt verbindet Altmünster Forschung, kommunale Praxis sowie Beteiligung und fungiert als Modellgemeinde für andere Kommunen in Österreich. Das Klimabündnis Oberösterreich begleitete die Marktgemeinde auf diesem Weg zur Erarbeitung eines ambitionierten und konkreten Klimaneutralitätsfahrplans.
„Gemeinden sind die zentrale Umsetzungsebene für Klimaziele. In Altmünster zeigt sich, wie wirkungsvoll Klimaschutz wird, wenn er partizipativ erarbeitet, fachlich begleitet und politisch klar beschlossen wird – genau dabei unterstützt das Klimabündnis Oberösterreich“, so Martin Schott vom Klimabündnis Oberösterreich.
Ablauf Klimastrategie Altmünster
Die Klimastrategie „Altmünster 2040“ wurde in einem breit angelegten, partizipativen Prozess erarbeitet. Grundlage bildeten eine umfassende Klimabilanz sowie Potenzialanalysen zu Wärme und Mobilität. In mehreren Workshops und einem Klimarat mit zufällig ausgewählten Bürger:innen wurden gemeinsam mit Politik, Verwaltung und Fachinstitutionen konkrete Maßnahmen entwickelt und priorisiert. Der Prozess mündete in zwölf Leitmaßnahmen und wurde im Dezember 2025 einstimmig vom Gemeinderat beschlossen.
Ergebnisse der Klimastrategie
Im Rahmen der Klimastrategie wurden bereits erste sichtbare Ergebnisse erzielt. Mit dem Kinder-Klimarat werden junge Generationen aktiv in die Klima- und Nachhaltigkeitsarbeit eingebunden. Der Podcast „Altmünster 2040“ schafft ein niederschwelliges Informations- und Dialogangebot für die Bevölkerung. Im Bereich E-Mobilität setzt die Gemeinde auf den Ausbau gemeindeeigener Ladeinfrastruktur und die schrittweise Umstellung des kommunalen Fuhrparks und übernimmt damit eine klare Vorbildrolle.
„Der Prozess in Altmünster war offen und faktenbasiert getragen. Das Ergebnis zeigt, dass ambitionierter Klimaschutz und realistische Umsetzung kein Widerspruch sind – wenn Politik, Verwaltung und Bevölkerung gemeinsam arbeiten“, sagt Franz Peter Schögl, Obmann des Finanz- und Nachhaltigkeitsausschusses der Marktgemeinde Altmünster.
Folgeprojekte und nächste Schritte
Mit dem genehmigten Folgeprojekt im Rahmen der bundesweiten Pionierstadt-Initiative, welche durch den Klimafonds finanziert wird, soll die Klimastrategie in Altmünster nun konsequent in die Umsetzung überführt werden. Zentrale Schwerpunkte sind die Weiterentwicklung klimafreundlicher Wärmeversorgung, insbesondere durch Nah- und Seewärme, sowie der weitere Ausbau der E-Mobilität. Ergänzt wird dies durch neue Governance-Strukturen, die Klimaschutz dauerhaft in Verwaltung, Entscheidungsprozessen und Investitionen der Gemeinde verankern.
„Mit dem Folgeprojekt geht Altmünster einen entscheidenden Schritt von der Strategie zur praktischen Umsetzung. Der Fokus liegt auf wirkungsvollen Hebeln in Energieversorgung und Mobilität und darauf, Klimaschutz dauerhaft in Verwaltungsabläufen und Investitionsentscheidungen zu verankern“, so Alexander Strobl, Umwelt- und Nachhaltigkeitsberater der Marktgemeinde Altmünster und Projektleiter von „Altmünster 2040“ abschließend.