30 Jahre Windkraft in (Ober-)Österreich
Presseaussendung
30 Jahre Windkraft in (Ober-)Österreich: Eberschwang zeigt, wie es geht – OÖ muss endlich aufholen
Landesrat Stefan Kaineder und Abgeordnete Brigitte Huber-Reiter besuchten die Windkraftanlage Adam in Eberschwang – Symbol für Österreichs Energiewende. Drei Jahrzehnte später ist klar: Strom aus Wind und Sonne ist die billigste Energieform. Oberösterreich braucht einen massiven Ausbau.
In Eberschwang gingen Anfang 1996 Österreichs damals größte Windräder ans Netz – Adam und Eva, getauft von einer Bevölkerung, die ihre Zukunft selbst in die Hand nahm. Nach dreijähriger intensiver Vorarbeit konnten Politik und Behörden überzeugt werden, dass die Windkraft auch in einem Binnenland wie Österreich Sinn macht.
30 Jahre später ist die Botschaft eindeutig: Wind- und Sonnenenergie sind die günstigsten Stromquellen. Wer wirtschaftlich am Weltmarkt bestehen will, braucht leistbaren, günstigen Strom. Die Abhängigkeit von teuren Öl- und Gasimporten – ob von Russland oder den USA – ist ein Sicherheitsrisiko für die europäische Wirtschaft und Unabhängigkeit. Die gegenwärtige Energiekrise zeigt dies täglich.
Das Problem ist bekannt, die Lösung liegt auf der Hand: Gerade im Winterhalbjahr, wenn die Nachfrage am höchsten ist, bricht die Solarstromerzeugung aufgrund weniger Sonnenstunden, stärkerer Bewölkung und häufigem Nebel ein. Gleichzeitig erreicht die Windstromproduktion ihr Maximum. Windkraft könnte diese Lücke ideal ausgleichen – wenn wir endlich den Ausbau massiv voranbringen würden.
„Die beiden Windräder Adam und Eva waren damals ein Symbol – nicht nur für technologische Innovation, sondern für den Mut, neue Wege zu gehen. Dieser Mut ist heute notwendiger denn je. Wir brauchen Windkraft in industrieller Größenordnung, wenn wir wollen, dass Österreich zukunftsfähig bleibt – wirtschaftlich und klimapolitisch“, betont der Grüne Landessprecher und Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Die Innviertler Landtagabgeordnete der Grünen, Brigitte Huber-Reiter, ergänzt: „Das Innviertel hat mit Eberschwang gezeigt, dass es Vorreiter sein kann. Windkraft ist keine Ideologie – sie ist ein Zeichen für Freiheit und Unabhängigkeit. Was Adam und Eva vor 30 Jahren gezeigt haben, gilt heute mehr denn je: Zukunft wird selbst gestaltet.“
Dramatisches Defizit in Oberösterreich
Derzeit speisen 1.450 Windkraftanlagen in Österreich Strom ins Netz – gerade einmal 16 Prozent unseres Gesamtstromverbrauchs. Oberösterreich? Nur 31 Anlagen. Das ist nicht nur unzureichend – es ist fahrlässig. Gerade in OÖ, mit seinen vielen Industriebetrieben und entsprechend hohem Stromverbrauch, bremsen wir unsere eigene wirtschaftliche Zukunft aus. Leistbare Strompreise sind kein Luxus – sie sind Voraussetzung für industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
Die Ukraine-Krise und aktuelle Blockaden an der Straße von Hormus zeigen: Energieabhängigkeit ist ein Sicherheitsrisiko. Wer seine Stromversorgung nicht selbst in der Hand hat, verliert an Handlungsfähigkeit. Das können wir uns nicht leisten.